Dienstag: Risiken bei KI-generierter "Forschung", Deepseek aus China muckt auf

Unterminierung der Wissenschaft + Silicon Valley unter Druck + Anklage gegen Cybererpresser + Reaktor mit Temperatur-Rekord + Ostsee-Unterseekabel beschädigt

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Finger zeigt auf Gehirn, Finger eines Roboters auch. Im Hintergrund schwimmen viele Buchstaben, dazu Text: DIENSTAG Generative KI, Deepseek, Cybercrime, Fusionsforschung & Unterseekabel

(Bild: Ole.CNX / Shutterstock.com / heise online)

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Von
  • Andreas Knobloch

Schwedische Forscher schlagen Alarm. In Google Scholar, diversen Datenbanken und Fachzeitschriften tauchen heimlich KI-generierte "Forschungsergebnisse" auf. Die Fülle der falschen Informationen könnte das Vertrauen in die Wissenschaften untergraben, warnen sie. Das stelle eine ernste Gefahr für die Gesellschaft dar. Deepseek aus China stellt derweil die KI-Welt auf den Kopf. Das Start-up bietet KI-Modelle und einen Chatbot an, die es mindestens mit den gängigen Modellen aus dem Silicon Valley aufnehmen können sollen. Und in Deutschland wurde Anklage gegen einen mutmaßlichen Cybererpresser erhoben. Der Mann soll einer weltweit agierenden Cybercrime-Gruppe angehören – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.

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Mit generativen Künstlichen Intelligenzen (KI) könnten absichtlich irreführende Dokumente erstellt werden, die überzeugend wissenschaftlich wirken und zudem so optimiert sind, dass sie von öffentlichen Suchmaschinen bevorrangt werden, insbesondere Google Scholar. Davor warnen schwedische Wissenschaftler. Solch heimlich KI-generierte "Forschungsergebnisse" bergen das Risiko, die Wissenschaft zu unterminieren. Auch könnten auf diese Weise falsche "Ergebnisse" platziert werden, um eine Gesellschaft oder deren Entscheidungsträger zu bestimmten Entscheidungen zu verleiten. Fragwürdige "Forschung" aus generativer KI bei Google Scholar

Das chinesische KI-Start-up Deepseek hat die Techwelt aufgeschreckt. Vergangene Woche erklärte das Unternehmen, dass sein neuer KI-Chatbot mit den Fähigkeiten großer Sprachmodelle wie ChatGPT oder Gemini mithalten kann – zu einem Bruchteil der Kosten. Das Training des chinesischen KI-Systems ist demnach deutlich schneller und billiger gewesen. Auch der Zugang zu dem Modell ist für Kunden kostengünstiger. Die Börsen korrigierten daraufhin ihre himmelhohen Bewertungen der US-amerikanischen Tech-Konzerne nach unten. Dort herrscht demnach helle Aufregung. Meta soll ein Krisenteam ins Leben gerufen haben. Nvidias Börsenkurs fällt. OpenAI steht unter Druck. Deepseek aus China setzt das Silicon Valley unter Druck

Nach mehrjährigen internationalen Ermittlungen des Landeskriminalamts Baden-Württemberg ist im Juni vergangenen Jahres ein heute 45-jähriger Ukrainer in der Slowakei verhaftet worden. Im September wurde er nach Deutschland ausgeliefert. Nach Angaben der Strafverfolger steht der Mann im Verdacht, im Jahr 2019 die Daten von 22 deutschen Firmen und Einrichtungen mit Schadsoftware verschlüsselt und Lösegeld für die Freigabe gefordert zu haben. Betroffen waren u. a. das Württembergische Staatstheater Stuttgart sowie mehrere Hersteller von Medizinprodukten. Der entstandene wirtschaftliche Schaden wird auf über 2,4 Millionen Euro geschätzt. Nun wurde der Tatverdächtige angeklagt. Er soll Teil einer weltweit agierenden Cybercrime-Gruppierung sein. Cyberkriminalität: Anklage gegen mutmaßlichen Cybererpresser

In China wurde ein neuer Rekord in der Kernfusionsforschung aufgestellt. Am Experimental Advanced Superconducting Tokamak (EAST), einem experimentellen Fusionsreaktor in Hefei in der ostchinesischen Provinz Anhui, arbeiten Wissenschaftler seit 2006 an der Umsetzung der Kernfusion, bei der Kerne der Wasserstoffisotope Deuterium (D) und Tritium (T) verschmolzen werden. Am EAST wurde bereits mehrere Rekorde aufgestellt. Der jetzt aufgestellte sei ein entscheidender Schritt auf dem Weg zu einem funktionsfähigen Fusionsreaktor, so einer der Forscher. Von den Erkenntnissen soll auch der europäische Forschungsreaktor International Thermonuclear Experimental Reactor (ITER) profitieren. Chinesischer Fusionsforschungsreaktor hält 18 Minuten lang 100 Millionen Grad

Zuletzt gab es immer wieder Zwischenfälle mit Unterseekabeln, die durch die Ostsee verlaufen. Öffentlich galten mutmaßliche Sabotageakte durch die sogenannte russische Schattenflotte als Ursache. Die Schiffe sollen ihre Anker vorsätzlich über den Meeresboden geschleift haben. Zuletzt hieß es aber in einem Zeitungsbericht, dass sich bei Geheimdiensten die Überzeugung durchsetzt, dass es sich trotzdem um Versehen handelte. Nun ist in der Ostsee, etwa 130 Kilometer vor der lettischen Küste, schon wieder ein Unterseekabel beschädigt worden. Dieses Mal handelt es sich um eine Glasfaserverbindung zwischen Lettland und Schweden. Erneut Unterseekabel in der Ostsee beschädigt: Verdächtiges Schiff festgesetzt

Auch noch wichtig:

(akn)