PC-Spezialist verspricht hohe Margen mit seinem Testprojekt "Software-Kopierstation"

Keine Lagerprobleme, aber jederzeit verfügbar. Der Fachhandelsverbund PC-Spezialist rüstet seine Partner mit Software-Kopierstationen aus. Mehr als 400 Titel können online abgerufen und am PoS "gebrannt" werden. Vorteil für die Händler: Es ist ein Zusatzgeschäft mit hohen Margen und konkurrenzfähig zum Retail.

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Von
  • Wolfgang KĂĽhn
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Thomas Sachs, PC-Spezialist aus Schwerin, hat bereits gute Erfahrungen mit der Software-Station gemacht.

(Bild: PC-Spezialist)

"Wir brauchen die Konkurrenz durch große Flächenmärkte nicht zu fürchten", verkündet Thomas Sachs, Geschäftsführer des Schweriner "PC-Spezialisten". Er sieht sich gut gerüstet im Wettbewerb mit Großanbietern wie Media Markt oder Saturn. Zumindest mit seinem rund 400 Titel umfassenden Software-Angebot. Dabei liegt keines dieser Softwareprodukte bei ihm im Regal oder auf Lager. Trotzdem hat er ich die Ware jederzeit verfügbar. Und riskiere weder Retouren, Kapitalbindung noch Lagerabwertung durch Preisschwankungen".

Möglich ist das durch eine Software-Kopierstation, der Softwide-Station des britischen Anbieters Tribeka. Seit Mai dieses Jahres ist die Station in seinem PC-Spezialist Systempartner Computervertrieb in Schwerin in Betrieb. Initiator ist die zum Synaxon-Konzern gehörende Fachhandelskooperation PC-Spezialist. "Als wir die Softwide-Station zum ersten Mal sahen und uns über das Konzept in England informiert hatten, war klar, dass wir mit unseren PC-Spezialist-Partnern einen Pilotversuch starten werden", berichtet Andreas Wenninger, Vorstand der Synaxon AG in Bielefeld. Nach den positiven Erfahrungen, die die Gruppe mit einem PC-Spezialist-Partner im luxemburgischen Echternach seit Mai vergangenen Jahres machte, startete der Verbund mit drei deutschen Kooperationspartnern in guter Lage und viel Laufkundschaft zu einer fünfmonatigen Testphase. PC-Spezialisten in Potsdam, in Kassel und eben Thomas Sachs in Schwerin, dessen Geschäft im Sieben-Seen-Center sich hoher Kundenfrequenz erfreut, nahmen daran teil. "Potsdam und Schwerin überzeugten, unser Partner in Kassel hatte nicht die erhoffte Resonanz, um mit diesem Konzept profitabel arbeiten zu können", erläutert Wenninger. Darum sei dieser Partner aus dem Projekt ausgestiegen.

Wie bei jedem Neugeschäft, muss auch bei der Kopierstation erst einmal investiert werden. So kostet das System derzeit rund 20 000 Euro, wobei Shop-Betreiber Sachs damit rechnet, "dass der Systempreis sicherlich günstiger wird, wenn sich mehr Kollegen anschließen werden". Bei etwa 15 000 Euro dürfte dann die Einstiegsinvestition liegen. Auf jeden Fall sieht Sachs darin eine interessante Investition, die sich nach etwa drei Jahren amortisiert haben sollte.

Software kann Regale fĂĽllen oder...

(Bild: PC-Spezialist)

Das funktioniert allerdings nur, wenn sich das Geschäft in einer guten Lauflage befindet und entsprechend stark frequentiert wird. Dann allerdings rollt mit jedem Kunden der Euro. Immerhin stellt Synaxon-Manager Wenninger eine durchschnittliche Marge von etwa 30 Prozent in Aussicht, die, so Sachs nach den ersten Erfahrungen, durchaus realistisch sei. "Dabei bieten wir wettbewerbsfähige Endverbraucherpreise, mit denen unsere Partner gegenüber Media-Saturn punkten können", verspricht Wenninger überzeugt. "Mit diesem neuen Konzept verbinden wir die Schnelligkeit und Flexibilität des Online-Softwarevertriebs mit der Auswahlbreite und -tiefe großer Retailer. Zusätzlich bringen unsere Partner Beratungskompetenz und Servicequalität ein."

Das System soll auch jenen PC Spezialist-Partnern zu Zusatzeinnahmen verhelfen, die keine Softwide-Station im Shop stehen haben. Endkunden, so der Synaxon-Vorstand, werden die Möglichkeit erhalten, die gewünschten Softwareprodukte über den Online-Shop der "PC-Spezialisten" zu ordern. Die Ware wird dann entweder den Kunden zugeschickt oder sie holen sie beim jeweiligen Händler ab. "Auf jeden Fall bleibt die Marge bei unseren Partnern", versichert Wenninger.

kommt bei Bedarf direkt aus dem Internet auf die CD/DVD.

(Bild: PC-Spezialist)

Das Prinzip der Softwide-Station ähnelt dem von Kopierstationen für CDs. Die Softwarewünsche der Kunden gibt ein Shop-Mitarbeiter in das Gerät ein und ruft die Titel online ab. Innerhalb von etwa zwei Minuten wird die CD oder DVD gebrannt, bedruckt, gelabelt und verpackt, inklusive Cover und Hülle. "Selbstverständlich wird auch die Lizenz eingespielt", ergänzt Wenninger. Zur Auswahl hat Synaxon derzeit etwa 600 deutsche Softwaretitel. Den Schwerpunkt des Angebotes bilden gängige Produkte über vertikale Anwendungen wie kaufmännische Software oder Anti-Viren-Programme bis zu Special Interest Software, beispielsweise im Bereich Entertainment. Verträge bestehen derzeit mit Herstellern wie Abbyy, Avanquest, Buhl Data, Kaspersky, G Data, Roxio oder auch S.A.D..

"In der Zeit, die für das Prüfen der Lizenz, das Brennen der CD und für die Aufbereitung des Cover nötig sind, kann der Kunde bezahlen oder sich noch im Shop umsehen und im Idealfall vielleicht noch das eine oder andere Produkt mitnehmen," stellt der Synaxon-Manager in Aussicht – was sich auch mit den Erfahrungen von Thomas Sachs deckt. Vorteilhaft sei laut Wenninger, dass bei diesem System keine Abwertungsrisiken entstehen. Werden beispielsweise schon gebrannte CDs nicht verkauft, kann der Partner sie unlesbar machen und den Code zurückgeben.

Shop-Betreiber Sachs empfiehlt Kollegen, die an diesem System interessiert sind, etwas Zeit für Einführung und Schulung einzuplanen. Synaxon-Vorstand Wenninger kommt es zudem darauf an, dass die Händler gegebenenfalls auch bereit sind, Umbauten in ihrem Geschäft vorzunehmen, um die Softwaretitel sichtbar und attraktiv anbieten zu können. Aber da, so versichert er, unterstütze die Gruppe ihre Partner. (map)