Raumfahrt: Airbus plant angeblich europäische SpaceX-Alternative
SpaceX von Elon Musk hat die Raumfahrtbranche aufgemischt, die Konkurrenz weiß dem bislang nichts entgegenzusetzen. Nun gibt es womöglich einen neuen Versuch.
(Bild: Alones/Shutterstock.com)
Die europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerne Airbus, Thales und Leonardo prüfen angeblich die Etablierung eines gemeinsamen Weltraum- und Satellitengeschäfts, das SpaceX die Stirn bieten soll. Das berichtet die Finanznachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf eingeweihte Personen. Demnach haben die Konzerne aus Frankreich und Italien Berater engagiert, die mögliche regulatorische Hürden und die Kosten eines solchen Gemeinschaftsprojekts prüfen sollen. Auch die Frage, ob bereits vergebene Aufträge an ein neues Joint Venture übertragen werden könnten, solle geklärt werden.
Immenser RĂĽckstand zu SpaceX
Die Pläne seien in einer frühen Anfangsphase und viele Details offen, heißt es bei Bloomberg weiter. Bis auf Thales habe sich auch keiner der beteiligten Konzerne dazu geäußert, und auch von dem Unternehmen wurden lediglich Gespräche im Frühstadium eingeräumt. Dass die Firmen Spezialisten für Zusammenschlüsse und Firmenübernahmen engagiert haben, sei aber ein Zeichen dafür, dass schon lange diskutierte Vorhaben nun konkretisiert werden könnten. Das könnte mit Entwicklungen in den USA zusammenhängen, wo SpaceX-Chef Elon Musk sich als einer der engsten Vertrauten von Präsident Donald Trump etabliert hat und auf die US-Regierungsgeschäfte Einfluss nimmt.
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SpaceX hat in den vergangenen Jahren eine Reihe von Erfolgen erreicht und dominiert mit den wiederverwendbaren Raketen des Typs Falcon 9 die Starts in den Weltraum. Während davon im vergangenen Jahr 132 Fracht ins All gebracht haben, gab es lediglich drei Starts einer europäischen Rakete. Außerdem hat SpaceX für Starlink das mit Abstand größte Satellitennetzwerk aufgebaut. Gegenwärtig gibt es auch keine Hinweise darauf, dass Europa diesen immensen Abstand verringern kann. Ob es vor diesem Hintergrund ein Joint Venture aus etablierten Raumfahrtkonzernen mit dem risikofreudigen und agilen SpaceX aufnehmen könnte, ist zumindest fraglich.
(mho)