US-Wissenschaftler hoffen auf Abwahl von George W. Bush

Wer die US-Präsidentenwahl Anfang November gewinnt, ist naturgemäß noch offen. Doch die Wissenschaftler des Landes haben sich längst entschieden: Sie wollen Bush gehen sehen.

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Von
  • Sascha Mattke

Wenn es nach der großen Mehrheit der Wissenschaftler in den USA geht, dann wird Präsident George W. Bush bei der Wahl in diesem November abgelöst: Selten hat sich die akademische Welt vor einer Wahl so einhellig gegen die amtierende Regierung und deren forschungspolitische Prioritäten ausgesprochen, berichtet Technology Review in seiner neuen Ausgabe 9/2004. Ein Machtwechsel im Weißen Haus würde mehr Forschungsfreiheit statt einseitiger Förderung von Rüstung und Religion bedeuten, hoffen die US-Wissenschaftler.

Erwartet wird, dass ein Präsident John Kerry Haushaltskürzungen rückgängig macht und Mittel aus dem aufgeblähten Rüstungsetat in andere Forschungsgebiete zurückschichtet. Und die Forscher hoffen, dass der Demokrat die wissenschaftliche Arbeit und Debatte aus dem Bann einer christlich-konservativen Ideologie befreit, welche Umweltprobleme leugnet, Energiesparen als Unsinn abtut und Aids-Aufklärungsaktionen in eine Kampagne für sexuelle Enthaltsamkeit umdeutet.

Kerrys Pläne sind allerdings noch recht vage. Aber zum Beispiel mit seinem Versprechen, Verbote bei der Stammzellforschung aufzuheben, hat er bereits nicht nur 58 von 100 Senatoren, sondern auch 200 von 435 Abgeordneten im Repräsentantenhaus hinter sich. Auch bei der Energiepolitik will Kerry deutlich andere Wege gehen: Er will bis 2020 ein Fünftel allen Stroms aus erneuerbaren Quellen gewinnen und mehrere Milliarden Dollar in die Gewinnung von Biosprit und saubere Kohlekraftwerke investieren. Bush dagegen würde den Forschungsetat des Energieministeriums in der zweiten Amtszeit um ein Viertel zusammenstreichen.

Siehe dazu in der aktuellen Ausgabe von Technology Review:

(sma)