IBM wehrt sich gegen Entschädigungsklage durch Sinti und Roma
Die Sinti- und Roma-Organisation GIRCA wirft IBM vor, den Nazis beim Massenmord geholfen zu haben. Der Konzern fechtet nun eine Gerichtsentscheidung an, nach der das Verfahren in der Schweiz verhandelt werden kann.
IBM hat im Streit um Entschädigungszahlungen an Sinti und Roma das Schweizer Bundesgericht angerufen. Der Computer-Riese will die Entscheidung des Genfer Berufungsgerichts anfechten, nach der eine Klage gegen IBM wegen Mitschuld am Holocaust in der Schweiz zulässig sei. Der Anwalt Henri-Philippe Sambuc der Sinti- und Roma-Organistion Gypsy International Recognition and Compensation Action (GIRCA) hat heute einen Bericht der NZZ am Sonntag bestätigt.
GIRCA wirft IBM vor, mit seinen Lochkartenmaschinen den Nazis bei der Organisation des Massenmords geholfen zu haben. Die Organisation hatte IBM in Genf verklagt, weil dort während des Zweiten Weltkriegs das Hauptquartier Europa des US-Unternehmens war. Die geforderte Schmerzensgeldsumme beträgt 100.000 US-Dollar für fünf Hinterbliebene aus Deutschland, Frankreich und Polen. Insgesamt wurden zwischen 1933 und 1945 etwa 600.000 Sinti und Roma in den Konzentrationslagern ermordet. (anw)