Dank unkonventioneller Zahlen: X angeblich wieder 44 Milliarden US-Dollar wert
Der Kurznachrichtendienst von Elon Musk will frisches Geld einsammeln. Wert ist er angeblich wieder 44 Milliarden US-Dollar – aber nur, wenn man anders rechnet.
(Bild: kovop/Shutterstock.com)
X soll wieder den Gesamtwert von 44 Milliarden US-Dollar erreichen, für den Elon Musk Twitter gekauft hat, setzt aber dafür auf Geschäftszahlen, die nicht den Standards der meisten großen Unternehmen entsprechen. Das berichtet die Finanznachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Personen, die mit den Zahlen vertraut seien. Die haben demnach Einblick in jene Daten, die der Kurznachrichtendienst jüngst mit potenziellen Investoren geteilt hat. Einbezogen würde dabei etwa Einkommen von "verbundenen Parteien", die nicht zum Kerngeschäft gehören. Keine der Zahlen würden demnach von der US-Börsenaufsicht akzeptiert, X wird aber auch nicht mehr an der Börse gehandelt.
Zahlen womöglich "zu optimistisch"
Dass X frisches Geld einsammeln will, hat Bloomberg am Mittwoch berichtet. In dem Zuge hat der Kurznachrichtendienst Geschäftszahlen an potenzielle Investoren gegeben, in die Bloomberg nun Einblick erlangt hat. Demnach hat X im vergangenen Jahr einen Nettoumsatz von 2,6 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet, etwa halb so viel wie im letzten Jahr vor der Twitter-Übernahme. Gleichzeitig berichtet X demnach aber von einem bereinigten Gewinn in Höhe von 1,4 Milliarden US-Dollar, während Twitter vor der Übernahme Verluste angehäuft hatte. Der bereinigte Gewinn wurde demnach aber vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen ermittelt.
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Laut Bloomberg hat X zudem angegeben, über Geldmittel in Höhe von 400 Millionen US-Dollar zu verfügen, deutlich weniger als die 1,4 Milliarden US-Dollar vor der Übernahme. Als Begründung dafür würden unter anderem Investments in Hardware für das KI-Unternehmen xAI angegeben. Im Gegenzug hat der Kurznachrichtendienst demnach insgesamt 200 Millionen US-Dollar an Einnahmen von xAI erhalten. Auch unter den "ungewöhnlichen Finanzzahlen", wie Bloomberg sie nennt, sei die Schuldenlast des sozialen Netzwerks deutlich höher als das, was üblicherweise als "riskant" eingestuft werde. Von einem möglichen Investor heißt es deshalb auch, dass die Zahlen womöglich ein zu optimistisches Bild des Geschäfts zeichnen würden.
Erst vergangene Woche war bekannt geworden, dass die Banken, die Elon Musks Übernahme von Twitter mitfinanziert haben, in den vergangenen Wochen einen Großteil ihrer Kredite verkauft haben und dabei nur minimale Abschläge hinnehmen mussten. Dem ging eine deutliche Kehrtwende voraus, denn zwischenzeitlich waren die Kredite nur noch 60 Prozent wert. Selbst vor zwei Monaten hätten sie nur mit einem Verlust von 10 bis 20 Prozent verkauft werden können. Hintergrund könnte auch das enge Verhältnis von Elon Musk zu US-Präsident Donald Trump sein. Außerdem geht X aggressiver gegen Werbekunden vor, die X den Rücken gekehrt haben.
(mho)