Geld kam nie: Flugtaxi-Hersteller Lilium schon wieder pleite

Ende Dezember wollte ein Investorenkonsortium den MĂĽnchner Elektroflugzeughersteller Lilium retten. Doch das versprochene Geld kam nie.

vorlesen Druckansicht 173 Kommentare lesen
E-Luftfahrzeug von Lilium mit offener TĂĽr

(Bild: Lilium)

Lesezeit: 2 Min.
Von
  • dpa

Der Elektroflugzeugbauer Lilium meldet nach einer gescheiterten Rettung zum zweiten Mal Insolvenz an. Die von einem Investorenkonsortium zugesagten 200 Millionen Euro zur Rettung des Münchner Start-ups sind nicht zusammengekommen. Die Finanzierungsoptionen hätten sich nicht materialisiert, heißt es in einer knappen Mitteilung der Firma.

Im Herbst musste Lilium zum ersten Mal Insolvenz anmelden, weil das Geld für den Aufbau der Produktion fehlte. In buchstäblich letzter Sekunde hatte das Investorenkonsortium Mobile Uplift Corporation (MUC) dann am 24. Dezember einen Kaufvertrag für das Betriebsvermögen der beiden Lilium-Tochtergesellschaften Lilium GmbH und Lilium eAircraft unterzeichnet und 200 Millionen Euro frisches Geld angekündigt.

Dass es nach der zweiten Insolvenz auch eine zweite Rettung geben könnte, ist laut Lilium trotz weiterlaufender Gespräche sehr unwahrscheinlich. Deswegen wird der Betrieb nun eingestellt. Als ein Hauptgeldgeber hatte der slowakische Unternehmer Marian Bocek zugesagt, doch dessen Beitrag kam dem Vernehmen nach nicht. Bocek wollte laut einer früheren Meldung der Bild-Zeitung 150 Millionen Euro beisteuern.

Videos by heise

Das Start-up hat in den vergangenen zehn Jahren ein elektrisch betriebenes Kleinflugzeug entwickelt, das senkrecht starten und landen soll. Der erste bemannte Flug war zuletzt fĂĽr Anfang 2025, die erste Auslieferung an Kunden fĂĽr 2026 geplant. Doch dann ging Lilium das Geld aus. In vorangegangenen Finanzierungsrunden sammelte Lilium 1,5 Milliarden Euro.

Die E-Flugzeuge von Lilium sollten nicht nur als Lufttaxis, sondern auch für andere Zwecke zum Einsatz kommen – unter anderem als Rettungsflieger für medizinische Notfälle. An der nunmehr gescheiterten Rettung waren mehrere alte als auch neue Investoren beteiligt. Dazu gehörten neben Bocek der deutsche Batterieentwickler und -hersteller CustomCells, der Risikokapitalfonds Earlybird und die Finanzbeteiligungsberatung GenCap. Der slowakische Unternehmer Bocek ist ein bekannter Name in der Elektroszene; in seiner Heimat gründete er den Akku-Hersteller InoBat.

(dahe)