Bosch: Werden um weiteren Stellenabbau nicht herumkommen
Die schwierige Wirtschaftslage macht dem Autozulieferer- und Technologiekonzern Bosch weiter zu schaffen. Was laut Firmenchef Hartung Konsequenzen hat.
Bosch-Logo auf einer Fabrik in Penang, Malaysien
(Bild: Daniel AJ Sokolov)
- Niklas Jan Engelking
- mit Material der dpa
Der Bosch-Konzern plant angesichts der schwierigen Marktlage weitere Stellenstreichungen an einzelnen Standorten. "Wir werden um weiteren Stellenabbau nicht herumkommen", sagte Bosch-Chef Stefan Hartung der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten" (Montag). Er begründete dies in den Blättern mit der schwachen Weltkonjunktur im Automobilsektor, der wachsenden Konkurrenz aus China und der Verunsicherung der Verbraucher.
Auch die Transformation vom Verbrennungsmotor zum Elektroantrieb werde zu einem erheblichen Verlust von Arbeitsplätzen führen, so Hartung in dem Gespräch. Positiv wirke sich aber aus, dass die E-Mobilität nicht so schnell komme, wie erwartet. Hierdurch könne die bestehende Verbrenner-Produktion länger ausgelastet werden.
Zudem würden viele Mitarbeiter in Rente gehen, bevor wegen der Transformation ihre Arbeitsplätze wegfielen. Die demografische Entwicklung allein werde das Thema aber nicht lösen. An der E-Mobilität führe kein Weg vorbei, und darauf stelle sich das Unternehmen in Gerlingen bei Stuttgart auch ein.
Massiver Gewinneinbruch
Nach vorläufigen Zahlen war der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) bei Bosch im vergangenen Jahr um ein Drittel auf 3,2 Milliarden Euro eingebrochen. 2023 hatte Bosch noch einen operativen Gewinn von 4,8 Milliarden Euro in den Büchern stehen. Der Umsatz sank vergangenes Jahr um ein Prozent auf 90,5 Milliarden Euro. Nach Angaben von Hartung war der Konzern damit hinter seinen Zielen zurückgeblieben.
Hartung räumte im Januar ein, dass Bosch seine Ziele verfehlt habe. Besonders gelitten hat das Unternehmen auf dem Heizungsmarkt und auf dem Markt für Industrietechnik, sagen Analytiker.
Tausende Beschäftigte weniger
Ende 2024 hatte die Bosch-Gruppe weltweit 417.900 Beschäftigte - und damit 11.500 weniger als ein Jahr zuvor. In Deutschland sank die Mitarbeiterzahl um 4.400 auf 129.800 (minus 3,3 Prozent). Seit mehr als einem Jahr waren immer wieder Pläne des Unternehmens bekannt geworden, Stellen in verschiedenen Bereichen streichen zu wollen. Bis Ende 2032 könnten weltweit mehr als 12.000 Jobs wegfallen. In Deutschland seien gut 7.000 Stellen betroffen, hieß es Ende Januar. Gegen die Pläne der Geschäftsleitung gingen im vorigen Jahr bereits zehntausende Menschen auf die Straße.
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Hoffen auf 2025
Trotz anhaltend schwieriger Bedingungen will der Konzern 2025 Umsatz und Gewinn wieder verbessern. Eine konkrete Prognose wird im Mai erwartet. Dann präsentiert Bosch auch die vollständigen und geprüften Jahreszahlen.
Hartung schaut nach Angaben der Zeitungen vorsichtig optimistisch in das laufende Jahr, das er als Ăśbergangsjahr bezeichne, in dem "eine Wende zum Besseren hoffentlich schon sichtbar wird".
(nen)