Last Energy will 30 Atomreaktoren in Texas bauen

Der US-Bundesstaat Texas beherbergt ĂĽber 340 Rechenzentren. Das Start-up Last Energy will 30 Miniatomkraftwerke bauen, um den Strombedarf zu decken.

vorlesen Druckansicht 115 Kommentare lesen
KĂĽnstlerische Darstellung des Atomkraftwerks

KĂĽnstlerische Darstellung des Atomkraftwerks von Last Energy: Bauzeit von rund zwei Jahren

(Bild: Last Energy)

Lesezeit: 2 Min.
close notice

This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Atomstrom fĂĽr texanische Rechenzentren: Das US-Start-up Last Energy will ein Atomkraftwerk mit mehreren Reaktoren bauen, die Strom fĂĽr Rechenzentren im US-Bundesstaat Texas erzeugen sollen.

Last Energy will 30 sogenannte Mikroreaktoren oder Small Modular Reactors ("kleine modulare Reaktoren", kurz: SMR) bauen. Sie sollen die Abnehmer über das öffentliche Stromnetz sowie über private Leitungen versorgen. Texas ist ein Hotspot für Rechenzentren. Derzeit gibt es in dem US-Bundesstaat über 340, die fast acht Gigawatt Strom verbrauchen, was etwa 9 Prozent des gesamten Strombedarfs von Texas entspricht.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

Mit Ihrer Zustimmung wird hier ein externes YouTube-Video (Google Ireland Limited) geladen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen (Google Ireland Limited) übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Der Bedarf an Strom in Texas steige durch das Bevölkerungswachstum und die wachsende Zahl an Rechenzentren immens, sagte Bret Kugelmass, Gründer und Chef von Last Energy. "Atomenergie ist der effektivste Weg, um den Bedarf in Texas zu decken, aber unsere Lösung – Plug-and-Play-Mikroreaktoren, die auf Skalierbarkeit und Standortflexibilität ausgelegt sind – ist der beste Weg, um diesen Bedarf schnell zu decken."

PWR-20 nennt Last Energy seinen Reaktor, der wie die ĂĽberwiegende Zahl der SMRs ein Druckwasserreaktor (Pressurized Water Reactor, PWR) ist.

Der PWR-20 liefert eine Leistung von 20 Megawatt. Zusammen werden die 30 Reaktoren also 600 Megawatt einspeisen. Zum Vergleich: Der Ende 2024 in Betrieb genommene Reaktor Flamanville 3 in Frankreich wird in der vollen Ausbaustufe 1,6 Gigawatt liefern.

Vorteil des SMRs ist, dass die Module in Serie in einer Fabrik gefertigt und vor Ort nur montiert werden. Das soll die Bauzeit verkĂĽrzen: Die Anlage im Haskell County soll nach einer Bauzeit von nur etwa zwei Jahren einsatzbereit sein. Der Bau von Flamanville 3 sollte fĂĽnf Jahre dauern, am Ende wurden es 17 Jahre.

Videos by heise

Last Energy hat in Texas bereits zwei Demonstratoren, einen mit einem und einen mit neun Modulen. Nachfrage gibt es auch aus Europa: Das Unternehmen soll dort nach eigenen Angaben 80 SMRs bauen, die Hälfte davon, um Rechenzentren mit Strom zu versorgen.

(wpl)