ITler am Limit: Drei Viertel beklagen Stress und Burnout

Hohe Arbeitsbelastung, knappe Deadlines und schwierige Chefs sägen laut einer Umfrage an den Nerven der ITler. Aber viele machen ihren Job dennoch gerne.

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Mann und Frau schreien Laptops an

(Bild: Alessandro Pintus/Shutterstock.com)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Fast drei Viertel der ITler in Europa (73 Prozent) klagen ĂĽber arbeitsbedingten Stress und Burnout, wie eine Umfrage des weltweiten Berufsverbandes Isaca ergeben hat. Der Stress entsteht demnach vor allem durch eine hohe Arbeitsbelastung, was 61 Prozent angaben, sowie durch knappe Fristen (44 Prozent) und fehlende Ressourcen (43 Prozent).

Für 47 Prozent machten es die Führungskräfte auch nicht leichter – schwierige oder nicht unterstützende Chefs würden das Wohlbefinden am Arbeitsplatz beeinträchtigen. Hinzu komme das Qualifikationsdefizit in der Branche, das dazu führe, dass mehr Arbeit auf die Schultern der vorhandenen Mitarbeiter gelegt werde.

Dennoch scheinen viele der IT-Fachleute in Europa darüber die Freude am Job nicht verloren zu haben: 47 Prozent wollten dem derzeitigen Job treu bleiben, weil sie ihn interessant finden. 45 Prozent gaben an, sich für die Tätigkeit in diesem Sektor entschieden zu haben, weil ihnen der Aspekt der Problemlösung und der Kreativität gefällt.

Ebenfalls sprechen die Karriereoptionen aus Sicht der Befragten für den IT-Job: 68 Prozent der Befragten hätten in den letzten zwei Jahren eine Gehaltserhöhung oder Beförderung erhalten. Fast drei Viertel (74 Prozent) berichten ferner, dass ihr Arbeitgeber Zertifizierungen als Teil ihrer Karriereentwicklung anbieten oder bezahlen würde. 90 Prozent hätten sich auch um Zertifizierungen bemüht, um ihre Karriere voranzubringen.

Holprig sei aber der Brancheneinstieg. 30 Prozent beklagen hohe Anforderungen an IT-Spezialkenntnisse in bestimmten Bereichen. Fast ein Viertel habe es an Mentoren und Hilfestellungen für den Einstieg in den Sektor gefehlt. Nur 15 Prozent hätten überhaupt einen Mentor. Zugleich sagten der Umfrage nach 76 Prozent, dass gute Mentoren und Vorbilder wichtig seien.

„Es liegt auf der Hand, dass die Beschäftigten im IT-Sektor ihre Aufgaben gerne wahrnehmen, aber aufgrund des anhaltenden Qualifikationsdefizits, der Unterfinanzierung und des sich schnell entwickelnden und anspruchsvollen Sektors an ihre Grenzen stoßen“, resümiert Chris Dimitriadis, Global Strategy Officer bei Isaca die Ergebnisse. Gerade jüngere IT-Fachkräfte würden häufiger den Job wechseln, hier müssten Unternehmen bei der Mitarbeiterbindung nachlegen, fordert Dimitriadis. Und den erfahrenen Kräften die nötige Unterstützung bieten, damit sie ihr Engagement aufrechterhalten können.

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Die Ergebnisse sind Teil einer globalen Befragung, fĂĽr die laut Isaca 7726 Personen befragt wurden. Angaben, wie viele ITler in Deutschland befragt wurden, macht Isaca nicht.

(axk)