High-Tech-Ampelanlage in Wolfsburg

Im Rahmen des "Intersafe-2"-Projekts der EU-Kommission bauen Forscher die wohl intelligenteste Kreuzung der Welt auf.

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In Wolfsburg wird derzeit an einer wirklich smarten Kreuzung gearbeitet: Dort, wo sich Wohltbergstraße, Breslauer Straße und Laagbergstraße schneiden, bekommen die Ampelmasten eine De-luxe-Ausstattung an Sensoren, als sollten sie bei einem Wettbewerb für autonome Roboter mitfahren. Kameras, Infrarotsensoren, Laserscanner – all ihre Daten fließen zu Schaltschränken am Straßenrand, in denen Server und neu entwickelte Algorithmen sie zu einem Bild der Verkehrslage verschmelzen, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.

Ein eigens installiertes WLAN-System überträgt diese Erkenntnisse dann an entsprechend ausgerüstete Autos. Ergibt sich daraus ein Kollisionskurs – etwa, wenn beim Auto der rechte Blinker gesetzt ist, die Laserscanner der Ampel aber einen von hinten kommenden Radfahrer ausgemacht haben – kann die Fahrzeugelektronik den Fahrer warnen, zum Beispiel indem sie am Lenkrad ruckelt oder einen kurzen Bremsruck auslöst.

Die Wolfsburger Kreuzung ist – neben einer weiteren Installation in Göteborg – einer der beiden Orte, an dem sich die Ergebnisse des EU-Projekts "Intersafe-2" in der Praxis bewähren müssen. Das Projekt ist im Juni 2008 gestartet, hat eine Laufzeit von drei Jahren und ein Budget von 6,5 Millionen Euro. 43 Prozent aller Unfälle mit Verletzungen und in der EU passieren an Kreuzungen, so das Konsortium. Intersafe soll die Unfallzahl um bis zu 80 Prozent senken – unter anderem, indem Verkehr erfasst wird, der vom Auto aus nicht gesehen werden kann.

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(bsc)