90 Tage keine Zölle auf iPhones und Co.: US-Regierung nennt Lösung temporär

Nach der Entscheidung der US-Regierung, Megazölle für chinesische Elektronikprodukte auszusetzen, stellt sich die Frage, wie lang das vorhält.

vorlesen Druckansicht 2 Kommentare lesen
Tim Cook bei Foxconn in China

Tim Cook bei Foxconn in China: Aktuell nur 20 Prozent Zoll auf iPhones in die USA.

(Bild: Apple)

Lesezeit: 2 Min.
close notice

This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Nachdem die US-Regierung entschieden hat, Elektronikprodukte und Speichermedien aus China zunächst vom Riesenzoll in Höhe von 145 Prozent auszunehmen, bleibt die Frage, wie lang dies vorhält. Zwar setzte der US-Zoll, die Customs and Border Protection (CBP), zunächst ein Moratorium von 90 Tagen ein. Doch noch am Sonntag hieß es bereits wieder, man bastele an neuen, "spezielleren" Zöllen etwa auf Halbleiter. Besonders von diesem Hin und Her betroffen ist ein US-Unternehmen: der iPhone-Konzern Apple. Dort hatte man zuletzt unter anderem damit reagiert, die Fertigung in Indien stark auszubauen und zig Tonnen an fertigen Geräten vor der Zolldeadline einzufliegen. Nachdem sich die Apple-Aktie zunächst erholt hatte, warten Aktionäre gespannt darauf, wie es am Montag weitergeht. Nachbörslich lagen die Papiere zunächst deutlich im Plus.

Doch es bleibt bei der Ansage aus der Trump-Administration, dass man in dem Stopp nur eine Zwischenmaßnahme sieht. Handelsminister Howard Lutnick sprach von weiteren oder gar neuen Zöllen, die in ein oder zwei Monaten kommen könnten. Somit könnte die Aktion nur von kurzer Dauer sein. Apple war es in der ersten Trump-Administration gelungen, iPhones von Zöllen gegen China weitgehend auszunehmen – auch weil CEO Tim Cook einen direkten Draht zu Trump aufgebaut hatte.

Videos by heise

Doch das Chaos dürfte diesmal weitergehen. Hinzu kommen außerdem noch sogenannte "Fentanyl"-Zölle in Höhe von 20 Prozent, die Apple schon kennt. Damit will die US-Regierung ein Zeichen gegen die Schwemme der gefährlichen chemischen Droge setzen, die vor allem aus China ins Land kommen soll, von Peking aber nicht gestoppt wird, wie die Amerikaner behaupten.

Selbst wenn Apple weitere Teile der Produktion von iPhone, Mac oder iPad in andere Regionen Asiens – insbesondere Indien oder Vietnam – holt, bleibt ein weiteres Problem: Die Vorprodukte werden aktuell von China verknappt.

Dazu gehören insbesondere die sogenannten Seltenen Erden, von denen einige nun mit einem vollständigen Exportverbot belegt sind. Die Stoffe sind zwar auch in den USA, Südamerika, Australien oder Grönland verfügbar, sind aber entweder noch gänzlich ungefördert oder nur in deutlich geringeren Mengen verfügbar. Momentan zittert die gesamte Lieferkette – nicht nur bei Apple.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

Mit Ihrer Zustimmung wird hier ein externer Preisvergleich (heise Preisvergleich) geladen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen (heise Preisvergleich) übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

(bsc)