Budgetkürzung: NASA plant Einsparungen bei der ISS
Die US-Regierung will das Budget der NASA um etwa 25 Prozent kürzen. Die Raumfahrtbehörde überlegt, wo sie sparen kann, etwa bei der ISS.
Die ISS
(Bild: NASA)
Im kommenden Jahr muss die US-Raumfahrtbehörde National Aeronautics And Space Administration (NASA) mit einem deutlich geringeren Etat auskommen als bisher. Das wird sich voraussichtlich auf die Aktivitäten auf der Internationalen Raumstation (International Space Station, ISS) auswirken.
Die NASA prüfe derzeit verschiedene Maßnahmen, um Kosten einzusparen, berichtet das US-Onlinemagazin Ars Technica unter Berufung auf verschiedene Quellen. Die US-Regierung will das Budget der NASA um knapp 25 Prozent kürzen.
Zu den Maßnahmen, die die NASA in Betracht zieht, gehört, die Crew bei den Flügen mit der Raumfähre Crew Dragon um eine Person zu reduzieren. Statt einer vierköpfigen soll dann eine dreiköpfige Crew zur ISS fliegen. Das könnte schon ab Februar 2026 umgesetzt werden.
Der Crew Dragon bringt normalerweise zwei US-Astronauten, einen russischen Kosmonauten sowie einen Angehörigen eines der Partnerländer. Konkret würde das bedeuten, dass künftig statt zwei nur noch ein Astronaut zur ISS fliegt. Die US-Präsenz auf der Station würde sich demnach halbieren.
Astronauten sollen länger auf der ISS bleiben
Daneben wird eine Verlängerung des Aufenthalts der Astronauten erwogen. Sie sollen künftig acht Monate auf der Station bleiben. Bisher sind es sechs Monate. Die Konsequenz wäre, dass die Zahl der Flüge zur ISS sinken würde: Der Crew Dragon würde in zwei Jahren drei Missionen zur ISS fliegen statt wie bisher vier. So ließen sich die Transportkosten deutlich verringern.
Schließlich überlegt die NASA, eine geplante Aufrüstung des Alpha Magnetic Spectrometer (AMS) zu streichen. Das AMS ist ein wissenschaftliches Instrument auf der ISS, das kosmische Strahlung misst.
Das Upgrade würde die Leistungsfähigkeit des Instruments deutlich verbessern. Das AMS ist jedoch seit 2011 in Betrieb und hat in der Zeit schon sehr viele Daten gesammelt. Diese Maßnahme wäre demnach zu verschmerzen.
Roskosmos will auch Kosten sparen
Die Reduktion der Flüge durch eine Verlängerung der Missionsdauer liegt als Maßnahme zur Kosteneinsparung nahe, da deren Auswirkungen relativ gering sind. Roskosmos, das russische Pendant zur NASA, erwägt das ebenfalls.
Am schmerzlichsten für die NASA dürfte die Verkleinerung der Crew-Dragon-Flüge sein. Das würde bedeuten, dass sich die US-Präsenz auf der ISS um ein Drittel reduziert – statt drei würden dann nur noch zwei US-Astronauten auf der ISS sein. Ein US-Astronaut fliegt immer noch bei jeder Mission der russischen Sojus-Raumfähre mit.
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In der vergangenen Woche hat die US-Regierung den Haushaltsentwurf für die Raumfahrtagentur für 2026 vorgelegt. Danach soll der NASA im kommenden Jahr 18,8 Milliarden US-Dollar zur Verfügung stehen. Der laufende Etat beträgt 24,9 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einer Kürzung um knapp 25 Prozent. Neben den genannten Maßnahmen wird die NASA voraussichtlich ihre Belegschaft verringern müssen.
(wpl)