Easy Mode für "Lies of P" löst Diskussionen aus
Um mehr Spieler zu gewinnen, bekommt das Soulslike-Spiel "Lies of P" einfachere Schwierigkeitsmodi – und ein altbekannter Streit geht in die nächste Runde.
(Bild: Neowiz)
Brauchen bockschwere Videospiele einen Easy Mode? Und muss jedes Spiel allen Spielern offen stehen? Das sind die Kernfragen, die vor allem die Soulslike-Community um die Titel von FromSoftware seit Jahren immer mal wieder diskutiert. Nun heizt "Lies of P" diese Diskussion erneut an: Das für seinen hohen Schwierigkeitsgrad bekannte Soulslike aus Südkorea bekommt mit einer neuen Erweiterung gleich zwei neue Schwierigkeitsgrade, die den Spieldurchlauf leichter gestalten sollen.
Das kündigte Game Director Ji-won Choi vom Entwicklungsstudio Neowiz bei einem Anspiel-Event für die "Lies of P"-Erweiterung "Overture" an. Das Spielemagazin Videogameschronicle zitiert Ji-won Choi: "Wir wollten sicherstellen, dass ein größeres Publikum das Spiel spielen kann." Die Entscheidung sei außerdem auf Basis von Feedback gefallen. "Dadurch, dass wir zusätzliche Schwierigkeitsmodi einführen, können wir das Spielerlebnis auch anderen Typen von Spielern anbieten", sagte Ji-won Choi. "Das erweitert unsere Spielerbasis." Darüber wird nun unter anderem auf Reddit debattiert.
Für und wider Schwierigkeitsgrade
Für viele Fans der sogenannten Soulslikes, die ihren Namen aus den "Dark Souls"-Spielen von FromSoftware entlehnen, ist ein Easy Mode ein Sakrileg. Widersacher von Schwierigkeitsmodi argumentieren, die Herausforderung sei das zentrale Spielelement derartiger Spiele. Durch einen Easy Mode nehme man dem Titel demnach seine Identität.
Befürworter halten dagegen, dass zusätzliche Schwierigkeitsgrade ja optional sind. Mit ihnen könne man auch Gelegenheitsspielern Zugang zum Spielerlebnis verschaffen, die sonst abgeprallt wären oder gar nicht erst angefangen hätten. Dagegen lässt sich wiederum einwenden, dass nun mal nicht jedes Spiel für jeden möglichen Spieler gemacht sein muss. Viele Kult-Spiele sind nicht umsonst eigenwillige Kreationen, die sich bewusst vom Mainstream abwenden, um sich komplett ihrer Vision hinzugeben.
Ein weiteres Argument, das gerne gegen Schwierigkeitsmodi ins Feld geführt wird: Sie verwässern den Dialog in Foren und Communitys, weil sich die Herausforderung zwischen den Spielmodi derart unterscheiden würde, dass sich Spieler nicht richtig über ihre Spielerfahrungen austauschen können. Und das bekannte Gegenargument: Das passiert auch bei einem einheitlichen Schwierigkeitsgrad – immerhin können Spieler sich ja für unterschiedliche Skills entscheiden oder schlicht mit verschiedenen Levels in einer Bossarena auftauchen, was sich maßgeblich auf ihre Herausforderung beim Bosskampf auswirken würde.
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Miyazaki lehnt Easy Mode ab
Ein entschlossener Gegner von Schwierigkeitsmodi ist Hidetaka Miyazaki, Entwicklerlegende und Game Director bei FromSoftware. Miyazaki hat die "Dark Souls"-Spiele, "Sekiro" "Bloodborne" und "Elden Ring" entwickelt und gilt entsprechend als wichtigste Figur der Soulslike-Entwicklerszene. Bei keinem seiner Spiele gibt es mehrere Schwierigkeitsoptionen.
"Wenn wir wirklich wollten, dass die ganze Welt unser Spiel spielt, dann würden wir den Schwierigkeitsgrad immer weiter reduzieren", sagte Miyazaki im vergangenen Jahr im Gespräch mit dem britischen Guardian über "Elden Ring". "Aber das war nicht die richtige Herangehensweise. Hätten wir uns so entschieden, hätte das Spiel weniger erreicht. Denn das Erfolgsgefühl, das Spieler durch das Überwinden von Hürden bekommen, ist so ein fundamentaler Teil des Spielerlebnisses."
"Die Schwierigkeit zu verringern, würde dem Spiel diese Freude rauben – was in meinen Augen das komplette Spiel kaputt machen würde."
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"Lies of P" gehört zu den erfolgreicheren Vertretern des Soulslike-Genres, die nicht von FromSoftware selbst entwickelt wurden. Das Actionspiel, das stark von den Abenteuern des Pinocchio inspiriert ist, kam 2023 zu positiven Reviews in den Handel. Neben der Erweiterung "Overture" ist ein zweiter Teil in Entwicklung.
(dahe)