Für Oracle-Chef Ellison sind Firmenübernahmen lebensnotwendig
Oracle-CEO Larry Ellison hat in dem Kartellverfahren die geplante Übernahme von Peoplesoft verteidigt.
Oracle-CEO Larry Ellison hat in dem Kartellverfahren, das das US-amerikanische Justizministerium gegen eine geplante Übernahme von Peoplesoft angestrengt hat, die Pläne seiner Firma verteidigt. Er habe laut Wall Street Journal vergangenes Jahr das Übernahmeangebot abgegeben, weil er befürchte, durch das verlangsamte Wachstum des eigenen Unternehmens könne es unter Druck von Microsoft und anderen Neulingen in der Branche für Unternehmenssoftware geraten. Oracle sei zu Akquisitionen gezwungen, um bei wachsender Konkurrenz überleben zu können. Neben dem aktuellen 7,7-Milliarden-Dollar-Angebot überlege Oracle noch drei oder vier weitere Übernahmen in den kommenden Jahren.
Ursprünglich hatte Ellison laut dem Bericht im Juni 2002 zusammen mit Peoplesoft-Chef Craig Conway angedacht, die Sparte für Anwendungssoftware mit Poeplesoft zusammenzulegen. Vorstände beider Firmen hätten sich darüber geeinigt, dass Oracle die Mehrheit an der neuen Firma halten sollte. Conway hingegen wollte nur unter der Bedingung einem Merger zustimmen, dass er das Unternehmen leitet, sagte Ellison weiter. Ein Jahr später gab Peoplesoft Pläne bekannt, J.D. Edwards übernehmen zu wollen, was auch bei Oracle geplant wurde. Das war vor kurzem auch von Ellison auf einem Videoband zu entnehmen, das bei Gericht gezeigt worden war.
Eine Übernahme von Peoplesoft würde es Oracle ermöglichen, die Entwicklungskosten auf mehr Kunden zu verteilen, sagte Ellison im Kreuzverhör mit einem Anwalt des Justizministeriums weiter. Es könnten bessere Produkte zu niedrigeren Preisen auf den Markt gebracht werden. "Der einzige Weg, wie wir mehr investieren und gleichzeitig die Preise senken können, ist, unsere Produkte an mehr Kunden zu verkaufen", beteuerte Ellison. (anw)