Nächster Starship-Start von SpaceX genehmigt - mit erweiterter Gefahrenzone
Die US-Luftfahrtbehörde gibt grünes Licht für den 9. Testflug von Starship, aber expandiert den Gefahrenbereich. Die Riesenrakete könnte nächste Woche starten.
(Bild: SpaceX/Screenshot)
SpaceX bereitet derzeit den neunten Testflug seiner Riesenrakete vor und könnte das Starship nächste Woche starten. Denn jetzt hat die Bundesluftfahrtbehörde der Vereinigten Staaten, die FAA (Federal Aviation Administration), die offizielle Genehmigung dafür erteilt. Die öffentliche Sicherheit ist laut FAA nach den letzten beiden verunglückten Testflügen gegeben. Allerdings wurde die Gefahrenzone für den nächsten Testflug nahezu verdoppelt, sodass Flugzeuge größeren Abstand halten müssen und eventuelle Trümmer weiter streuen dürfen.
Beim achten Testflug Anfang März hat SpaceX Starship im Orbit verloren, aber den Booster der Riesenrakete erneut eingefangen. Ähnlich wie beim siebten Testflug im Januar zerstörte sich Starship selbst nach Feuer an Bord. Damals war Treibstoff durch ein oder mehrere Lecks ausgetreten, was zunächst zu Bränden und dann dazu führte, dass sich die Triebwerke nach und nach abschalteten. Kurz darauf fiel die Kommunikation mit der Riesenrakete aus und das Sicherheitssystem aktivierte automatisch die Selbstzerstörung.
Sicherheitsauflagen erfĂĽllt, Gefahrenzone erweitert
Dieser Verlauf wiederholte sich beim achten Testflug, aber Gründe für diesen Abbruch hat SpaceX bislang nicht genannt. Auch die FAA geht nicht darauf ein und erklärt per Update lediglich: "Die FAA führte eine umfassende Sicherheitsüberprüfung des SpaceX-Starship-Flug-8-Unfalls durch und kam zu dem Schluss, dass das Unternehmen die Unfallursachen zufriedenstellend behoben hat und das Starship-Fahrzeug daher wieder fliegen kann." Damit ist der achte Testflug offiziell genehmigt. Zudem kam die FAA nach eigenen Angaben "zu dem Schluss, dass SpaceX alle strengen Sicherheits-, Umwelt- und sonstigen Lizenzanforderungen erfüllt".
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Allerdings enthält die Genehmigung für den neunten Starship-Start weniger strenge Auflagen als zuvor. Denn die sogenannte "Aircraft Hazard Area" (AHA), der Gefahrenbereich für Flugzeuge, erstreckt sich nun rund 1600 Seemeilen (2963 Kilometer) vom Startplatz der texanischen Starbase nach Osten über den Golf von Mexiko, die Meeresstraße zwischen Florida und Kuba sowie über die Bahamas bis zu den Turks- und Caicosinseln südöstlich der Bahamas. Beim achten Testflug erstreckte sich die Gefahrenzone über lediglich 885 Seemeilen (1639 km), also wurde dieser Bereich nahezu verdoppelt.
Wiederverwendeter Booster als erhöhtes Risiko?
Die FAA begründet diese Ausweitung des Gefahrenbereichs mit einer "aktualisierten Flugsicherheitsanalyse" und der Tatsache, dass SpaceX erstmals eine zuvor genutzte Antriebsrakete wiederverwenden wird. Denn dieser "Super Heavy Booster" hat bereits ein Starship ins All befördert und ist im Gegensatz zum Raumschiff selbst heil zur Erde zurückgekehrt, wobei der Booster vom "Mechazilla" genannten Turm wieder eingefangen wurde.
(Bild:Â FAA)
Die AHA soll den regulären Flugverkehr von Raketenflügen trennen, aber umfasst auch Regionen für eventuelle Trümmer bei missglückten Missionen. Die größere Gefahrenzone betrifft laut FAA mindestens 70 Flugrouten mit über 175 Flügen, fast alle davon international. Passagiere sollten sich am Tag des Starship-Starts auf Verzögerungen von rund 40 Minuten einstellen, möglich sind auch Wartezeiten von bis zu zwei Stunden.
SpaceX hat bislang keinen Termin für den nächsten Starship-Testflug genannt, aber dieser könnte bereits nächsten Dienstag, am 27. Mai 2025, erfolgen. Dabei soll der Hitzeschild für den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre getestet werden, schreibt Ars Technica. Die zuvor abgebrochenen Testflüge hatten dies nicht ermöglicht. Zudem will SpaceX neu gestaltete Klappen am Starship testen, die für eine bessere Kontrolle des Raumschiffs in der Atmosphäre sorgen sollen.
(fds)