Bundeswehr-Satelliten: Verklemmte Antennen lassen sich nun doch ausfahren

Aufatmen bei der Bundeswehr: Die Antennen zweier Aufklärungssatelliten ließen sich nun doch ausfahren. Sie waren in den Satelliten verklemmt.

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Die drei SARah-Satelliten bestehen aus zwei Reflektor-Satelliten und einem Phased Array-Satelliten.

(Bild: OHB)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Da dürften die Verantwortlichen bei Bundeswehr und Raumfahrtkonzern OHB erleichtert sein: Nach langem Hin und Her ist es nun doch gelungen, die Antennen von zwei neuen Aufklärungssatelliten der deutschen Streitkräfte auszufahren. OHB hatte sich bereits darauf vorbereitet, nachliefern zu müssen. Stattdessen sind die beiden 2023 ins All gestarteten Satelliten jetzt wohl doch funktionsfähig.

"SARah" steht für Synthetic Aperture Radar, das bildgebende Radarverfahren – der Rest ist Wortspiel. Das 1,2 Milliarden Euro teure Projekt besteht aus drei Satelliten: zwei Bildaufklärungssatelliten der Firma OHB auf Basis der SAR-Reflektorantennen-Technologie und einem weiteren Aufklärungssatelliten der Firma Airbus mit SAR-Phased Array Antennen-Technologie.

Doch einige Zeit, nachdem die zwei OHB-Satelliten im Dezember 2023 mit SpaceX ins All gestartet waren, folgte die Ernüchterung: Die Antennen, die für den Betrieb ausgefahren werden mussten, waren verklemmt. Die Spezialisten des Bremer Unternehmens rangen um Lösungen, doch parallel einigten sie sich schließlich mit dem Verteidigungsministerium auf eine Lösung: OHB sollte neue Satelliten liefern. Dafür hatte der Hersteller laut Informationen des Spiegels bereits 38 Millionen Euro zurückgestellt.

Überraschend gelang jetzt aber das rettende Kunststück: Durch mehrere komplexe Flugmanöver, so berichtet es der Spiegel, sei es in den vergangenen Wochen gelungen, die verklemmten Radarantennen zu lösen.

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Damit dürfte für SARah nun technisch der Weg frei sein, anstelle des Vorgängersystems SAR-Lupe zu übernehmen. Die neuen Satelliten bieten laut Bundeswehr im Kern drei große Verbesserungen: Sie sollen insgesamt schneller verfügbare und detailliertere Luftbilder als das Vorgängersystem SAR-Lupe liefern. Die Bilder sollen zudem jeweils ein größeres Gebiet abbilden können, schreibt die Bundeswehr.

Außerdem gehören demnach Bodensegmente zur Überwachung, Steuerung und Bildbeauftragung bzw. Bildentgegennahme und zwei Bodenstationen zur Kommunikation zwischen den Satelliten und den Bodensegmenten zum System. Die Bodenstationen befinden sich in Deutschland und Schweden.

(nen)