Mittwoch: KI-Rechenzentrum in Deutschland, US-Cybersicherheit in Gefahr
Plan für KI-Gigafabrik + Manager verlassen US-Cyberbehörde + E-Wallet Deutschlands gezeigt + Salesforce übernimmt Informatica + Überschalltransporter bestellbar
(Bild: Gorodenkoff / Shutterstock.com)
Fünf große deutsche Tech-Unternehmen planen den Bau eines gemeinsamen KI-Rechenzentrums und wollen sich dafür um EU-Gelder bewerben. Denn die EU hat bereits einen Milliarden-Fonds zum Aufbau von fünf KI-Gigafabriken vorgestellt, um die digitale Souveränität Europas zu sichern. Doch noch sind viele Fragen offen. In den USA könnte der Bürokratieabbau unter Trump und Musk die US-Cybersicherheit beeinträchtigen, meinen Kritiker. Denn viele Führungskräfte haben die Cybersicherheitsagentur CISA bereits verlassen. Das hat der Vize-Direktor der CISA intern zugegeben und nennt dabei die betroffenen Positionen. Derweil haben das BSI und die Agentur Sprind auf der Internetkonferenz re:publica Einblicke in den Stand der Entwicklung der deutschen App für die europäische E-Brieftasche gegeben. Mit dieser sogenannten EUDI (European Digital Identity) sollen Nutzer Bankkonten eröffnen und Knöllchen bezahlen können. Doch es gibt Vorbehalte – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
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Mehrere große deutsche Technologieunternehmen wollen gemeinsam ein gewaltiges Datenverarbeitungszentrum für Künstliche Intelligenz (KI) in Deutschland bauen. Nach Informationen des Handelsblatts verhandeln SAP, Deutsche Telekom, Ionos, die Schwarz-Gruppe und Siemens über eine gemeinsame Bewerbung bei der Europäischen Union (EU) für eine solche KI-Gigafabrik. Dieser Plan folgt der EU-Initiative "InvestAI", dessen Kernstück ein neuer europäischer Fonds mit einem Volumen von 20 Milliarden Euro ist. Dies soll den Aufbau von fünf KI-Gigafabriken finanzieren, die ab 2026 entstehen sollen. Wichtige Details, etwa zu den Standorten und der Finanzierung, sind aber noch offen, so der Medienbericht: Deutsches Konsortium möchte KI-Rechenzentrum bauen.
Während die EU investieren will, macht der Sparkurs der US-Regierung bei den eigenen Behörden auch keine Ausnahme bei der Cybersicherheit. Wie aus einer internen E-Mail des neuen stellvertretenden Direktors der Cybersicherheitsagentur CISA hervorgeht, haben mehr als die Hälfte der Führungskräfte diese US-Behörde bereits verlassen, nachdem US-Präsident Donald Trump Elon Musk in sein Team geholt hat, um den Verwaltungsapparat der USA zu straffen. Demnach gab es Führungswechsel bei fünf der sechs CISA-Abteilungen und sechs von zehn Regionalbüros dieser US-Behörde. Das weckt Befürchtungen über eine Schwächung der Cybersicherheit innerhalb der USA: Cybersecurity-Behörde der USA erleidet massiven Schwund von Führungskräften.
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Sicherheitsfragen gibt es auch beim hiesigen Prototypen für eine E-Brieftasche auf Basis der europäischen digitalen Identität (EUid), den die Präsidentin des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Claudia Plattner, auf der Internetkonferenz re:publica in Berlin vorgestellt hat. Die App hört demnach aktuell auf den Titel EUDI (European Digital Identity). Zum digitalen Ausweis der Anwendung würden Namen, Geburtstag, Adresse und weitere persönliche Daten in der Wallet gespeichert. Als Nutzungsszenario führte die BSI-Chefin die Eröffnung eines Bankkontos vor, die EUDI soll bald aber auch "fürs Knöllchen-Zahlen" geeignet sein: Deutsche Version der EUDI-Wallet mit Cloud-basiertem Schlüsselspeicher.
Das US-Softwareunternehmen Salesforce wird den US-amerikanischen Anbieter von Datenintegrationssoftware Informatica für rund acht Milliarden US-Dollar kaufen. "Die geplante Übernahme wird die vertrauenswürdige Datengrundlage von Salesforce erweitern, die für den Einsatz von leistungsstarker und verantwortungsvoller agentenbasierter KI entscheidend ist", heißt es seitens Salesforce. Mit der Übernahme von Informatica, das seine Stärken bei KI-gestütztem Cloud-Datenmanagement für Unternehmen hat, erweitert Salesforce seine Datenmanagement-Tools und erhält eine bessere Kontrolle über die Verwaltung und Nutzung seiner Geschäftsdaten. Es ist ein weiterer Milliardendeal: Salesforce kauft Informatica.
Ein Vehikel, das kleine Nutzlasten ins All bringen soll: Das neuseeländische Luft- und Raumfahrt-Startup Dawn Aerospace nimmt Bestellungen für sein Raumflugzeug Aurora an. Die ersten Exemplare sollen nach Unternehmensangaben in zwei Jahren ausgeliefert werden. Laut Entwickler werde zum ersten Mal ein Fluggerät, das in der Lage sei, den Weltraum zu erreichen, als kommerzielles Produkt für Kunden angeboten. Dawn Mk II Aurora ist ein unbemanntes Flugzeug, das Überschallgeschwindigkeit erreicht und bis zu einer Höhe von 100 Kilometern aufsteigen, also bis zurGrenze zum Weltraum. Das Flugzeug kann mit einer Nutzlast von maximal zehn Kilogramm beladen werden: Unbemanntes Überschallflugzeug Dawn Mk II Aurora kann bestellt werden.
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Auch noch wichtig:
- Die Öffentlich-Rechtlichen sehen sich einer Flut von Beschwerden ausgesetzt. Der Löwenanteil ist auffällig gleichförmig verfasst: ARD und ZDF werden mit Programmbeschwerden überhäuft.
- In einem Ort in den USA hat ein Habicht komplexe Vorgänge an einer Straßenkreuzung in einer Art für die Jagd ausgenutzt, die zuvor noch nie beobachtet wurde. Er zeigt "beeindruckende Intelligenz": Habicht lässt sich bei Jagd von Ampelsignal helfen.
- Die Venus beherbergt möglicherweise eine Gefahr für die Erde. Asteroiden aus ihrem Orbit können uns irgendwann nahe kommen: Asteroiden von der Venus könnten der Erde gefährlich werden.
- Seit Wochen geht die "Run-it-straight"-Challenge in Neuseeland und Australien viral. Jetzt gibt es ein erstes Todesopfer. Was es damit auf sich hat, fragen sich viele, nachdem ein 19-jähriger Neuseeländer bei der viralen Challenge gestorben ist.
- Die Verbraucherzentrale NRW hat Disney+ abgemahnt. Der Streaming-Dienst habe im Rahmen seiner Preiserhöhungen den Zugang zu Abo-Inhalten versperrt: Verbraucherzentrale mahnt Disney+ ab.
- Trotz ihrer Ankündigung, Russland wegen des Kriegs gegen die Ukraine zu verlassen, machen manche westlichen Firmen weiter Geschäfte dort. Das kritisiert Putin: Dienste von Microsoft, Zoom & Co. sollten in Russland "erwürgt" werden.
- Brüssel leitet Digital-Service-Act-Verfahren wegen unzureichender Altersverifikation ein. Stripchat verliert seinen Status als sehr große Plattform: EU-Kommission geht gegen Pornhub, XVideos und Co. vor.
- Von Oslo nach Athen mit einem einzigen Fahrschein. So weit ist es zwar noch nicht. Doch der Anfang soll bald gemacht werden, verspricht die Bahn: Tickets für Zugfahrten in Europa bald einfacher buchbar.
- Auf TSMCs erstes europäisches Halbleiterwerk folgt das erste europäische Zentrum für Chipdesigns. Auch das entsteht in Deutschland: TSMCs erstes europäisches Chipdesign-Zentrum entsteht in München.
- In Shenzhen nahe Hongkong gibt es einen Ort, der sich auf die professionelle Vermarktung von iPhones aus Diebstählen spezialisiert hat. User können wenig tun, im "Haus der gestohlenen iPhones": Wie in China geklaute Handys verkauft werden.
(fds)