Experimentelle VirtualDub-Version 1.6.0 veröffentlicht
Die beliebte AVI-Videobearbeitungssoftware VirtualDub unterstĂĽtzt nun nativ YCbCr-Farbraumkonvertierungen, hardwarebeschleunigte Videowiedergabe und liest DV-Typ-1-Material ein.
Avery Lee hat die experimentelle Version 1.6.0 seiner Open-Source-Videobearbeitung VirtualDub veröffentlicht. Einer der wichtigsten Neuerungen dürfte die native Unterstützung für YUV-Farbkonvertierung betreffen. Ältere Versionen der AVI-Videobearbeitungssoftware arbeiteten im RGB-Farbraum und waren für Konvertierungen in die verschiedenen, bei Videokodierung üblichen, Chrominanz-/Luminanzfarbkomponenten YCbCr (etwa UYVY, YUY2, YV16, YV12, I420, IYUV, YVU9, oder Y8) auf installierte Codecs angewiesen. Das Filter-/Effektsystem arbeitet allerdings vorerst weiterhin im RGB-System.
Des Weiteren wurde das Grafiksubsystem verbessert: Es unterstützt experimentell (planare) YUV-Overlays zur hardwarebeschleunigten Videodarstellung via Direct3D 9 und OpenGL (per Voreinstellung jedoch deaktiviert). Der OpenGL-Part unterstützt lineare Filterung, während Direct3D bikubisches Resampling beherrscht. Laut Avery Lee benötigt man dafür mindestens eine GeForce2 oder ATI7xxx; die Darstellungsqualität soll bei Karten mit Pixel Shader 1.4 (oder höher) besser sein. Als Grund für die Unterstützung der 3D-APIs nannte der Programmierer Microsofts Hinweis, dass die Tage von DirectDraw -- der API die VirtualDub zuvor verwendete -- bald gezählt seien.
Auch die Zeiten der Suche nach DV-Codecs fĂĽr Video for Windows (VfW), auf die VirtualDub bislang zum Einlesen von DV-Material angewiesen war, sind vorbei. VirtualDub importiert ab Version 1.6.0 DV-Typ-1-Videos.
Details zu weiteren Neuerungen finden sich in Avery Lees Weblog. Das unter GNU Public License (GPL) veröffentlichte VirtualDub steht unter Sourceforge zum Download bereit. (vza)