Großbritannien: Medienaufsicht prüft mögliche Gesetzesverstöße bei 4chan
Die Ofcom hat Beschwerden erhalten, dass auf dem berüchtigten Image-Board 4chan Illegales passiere und deshalb eine Untersuchung eingeleitet.
(Bild: Casimiro PT/Shutterstock.com)
Die britische Medienaufsicht hat Untersuchungen gegen das berüchtigte Image-Board 4chan, sieben Filesharing-Dienste und einen Porno-Anbieter eingeleitet. Anlass seien Beschwerden über angebliche illegale Aktivitäten, teilte das Office of Communications (Ofcom) am Dienstag mit. 4chan und die Filesharing-Dienste hätten nicht auf Auskunftsersuchen der Behörde, zu deren Beantwortung sie aber verpflichtet seien.
Bei den jetzt eingeleiteten Untersuchungsverfahren gehe es um die Frage, wie 4chan mit illegalen Inhalten umgehe und ob über die Filesharing-Dienste Darstellungen von Kindesmissbrauch verbreitet würden, so die Behörde weiter. Auch bei First Time Videos gehe es um den Verdacht, dass Kinder nicht ausreichend geschützt würden.
Hohe Strafen möglich
Herausfinden will die Behörde, ob die Dienste "angemessene Sicherheitsmaßnahmen" umgesetzt haben, um User in Großbritannien vor illegalen Inhalten und Aktivitäten zu schützen. Außerdem werde geprüft, ob die Plattformen mögliche Risiken angemessen bewertet haben. Sollten Ofcom Gesetzesverstöße finden, können Strafen von jeweils 18 Millionen Pfund oder 10 Prozent des weltweiten Umsatzes verhängt werden.
First Time Videos betreibt laut Ofcom zwei Porno-Plattformen. Die Behörde prüft nun, ob deren Altersverifizierung ausreiche, um Kinder vor Pornografie zu schützen.
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4chan ist seit Jahren berüchtigt für seine kontroversen Inhalte. Beiträge werden dort standardmäßig anonym abgegeben, Urheberrechte ignoriert und Beiträge mit politisch extremen und antisemitischen Inhalten toleriert. 4chan ist Quelle vieler Memes, aber auch Ausgangspunkt zahlreicher problematischer Internet-Phänomene – etwa die Verschwörungserzählung rund um "QAnon".
Mitte April war die Seite plötzlich offline gegangen, nachdem womöglich monatelang interne Daten abgegriffen worden waren. Erst nach fast zwei Wochen war die Seite wieder online gegangen.
(mho)