Humanoide Roboterhände: Tesla verklagt Ex-Ingenieur wegen Geheimnisklau
Ein ehemaliger Tesla-Ingenieur soll Betriebsgeheimnisse zu Roboterhänden gestohlen und in seiner eigenen Firma genutzt haben. Tesla hat ihn verklagt.
Die Roboterhand von Proception soll auf Grundlage von Betriebsgeheimnissen Teslas entstanden sein.
(Bild: Proception (Screenshot))
Tesla, unter anderem Entwickler des humanoiden Roboters Optimus Bot, hat am Mittwoch Klage beim Bundesgericht in San Francisco gegen einen ehemaligen Ingenieur eingereicht, der Betriebsgeheimnisse zur Entwicklung von Roboterhänden gestohlen und daraufhin in seiner neu gegründeten Firma Proception verwendet haben soll. Die von Proception etwas später veröffentlichten Roboterhände hätten frappierende Ähnlichkeiten zu denen von Tesla aufgewiesen, die für den Optimus Bot gedacht sind.
Den Gerichtsunterlagen (Tesla, Inc. v. Proception, Inc. et al, Docket No. 5:25-cv-04963, Court Docket) zufolge war der Ingenieur von August 2022 bis September 2024 bei Tesla angestellt, um im Rahmen des Optimus-Programms fortschrittliche Sensoren für dessen Roboterhände mitzuentwickeln. Dabei habe er Zugang zu den sensibelsten Informationen wie etwa technischen Daten gehabt, heißt es in der Klage von Tesla.
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Potenzieller Klau von Betriebsgeheimnissen
Die geheimen Daten habe der Ingenieur in den Wochen vor seinem Weggang von Tesla schrittweise auf zwei private Mobiltelefone geladen, so der Vorwurf von Tesla. Danach habe der Ingenieur sein eigenes Start-up gegründet, um Hände für Roboter zu entwickeln. Fünf Monate später gab Proception bekannt, erfolgreich hochentwickelte Roboterhände gebaut zu haben. Diese wiesen eine starke Ähnlichkeit zu den Entwürfen von denen Teslas auf. Tesla hat deshalb nicht nur seinen Ex-Ingenieur verklagt, sondern auch Klage gegen dessen Firma Proception eingereicht.
Noch ist unklar, ob die VorwĂĽrfe Teslas berechtigt sind. Wenn ja, ist das Verhalten des Ingenieurs wenig schlau gewesen. Denn das Optimus-Team von Tesla hatte ihn im August 2024 darĂĽber informiert, dass der Zugriff auf Daten in Tesla-Netzwerken ĂĽberwacht und auf Missbrauch sowie mutmaĂźlichen Diebstahl geistigen Eigentums geprĂĽft wird.
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Tesla sieht "nicht nur eine unrechtmäßige Veruntreuung", sondern auch einen kalkulierten Versuch, "die Investitionen, Erkenntnisse und das geistige Eigentum von Tesla für eigene kommerzielle Zwecke auszunutzen".
(olb)