Umwälzung des Arbeitsmarkts durch KI: Vor allem europäische Staaten sorgen vor
KI-Technik könnte die Arbeitswelt grundlegend verändern. Eine US-Forscherin hat untersucht, wo der Vorbereitung darauf die höchste Priorität eingeräumt wird.
(Bild: Gorodenkoff/Shutterstock.com)
Vor allem Staaten aus Europa unternehmen Schritte, um, die Arbeitskräfte in ihrem Land auf die Umwälzungen vorzubereiten, die im Zuge der KI-Entwicklung auf die Arbeitsmärkte zukommen. Das ist das Ergebnis einer Studie, die an der University of Georgia im gleichnamigen US-Bundesstaat durchgeführt wurde.
Unter insgesamt 50 Staaten wurden dabei 13 ermittelt, die dem KI-Training in der Arbeitswelt und in der Schule hohe Priorität einräumen – elf davon liegen in Europa. Lediglich Australien und Mexiko gehen demnach in vergleichbarer Weise vor. Die restlichen Staaten räumen dem Thema demnach entweder eine mittlere – darunter Deutschland, Frankreich und die USA – oder gar eine geringe Priorität ein. Zu letzterem gehört demnach etwa China.
Strukturelle Vorteile in Europa
Für die Analyse hat Lehong Shi von der Fakultät für berufliche Bildung die untersuchten Staaten in Bezug auf sechs Indikatoren bezüglich der Aus- und Weiterbildung von KI-Fachkräften verglichen, erklärt die Universität. Die betreffen das Ziel des jeweiligen Plans, wie es erreicht werden soll, welche Beispiele es gibt, wie der Erfolg ermittelt werden soll, wie das Projekt unterstützt werden soll und welche Zeitpläne es gibt. Darauf aufbauend wurden die Staaten in die drei Gruppen einsortiert. Herausgekommen sei dabei unter anderem, dass fast alle Staaten Programme mit einem KI-Fokus an den jeweiligen Universitäten ins Leben rufen oder verbessern würden. Außerdem seien Projekte verbreitet, bei denen Arbeitskräfte direkt im Job weitergebildet werden sollen.
Videos by heise
Dass Europa in der Analyse so hervorsteche, liegt der Forscherin zufolge möglicherweise daran, dass hier mehr Ressourcen für Trainingsmaßnahmen bereitstehen und eine Kultur des lebenslangen Lernens verbreitet sei. Das gelte etwa für Deutschland. In Spanien würden KI-bezogene Fähigkeiten sogar schon in der Vorschule beigebracht, schreibt die Forscherin weiter. Kritisch merkt sie an, dass nur von wenigen Staaten anerkannt würde, dass soziale Kompetenzen wie Kreativität, Zusammenarbeit und Kommunikation eine Domäne des Menschen sei, die von KI nicht ersetzt werden könnten. Sie zu fördern, sei zentral. Die komplette Studie wurde in der Human Resource Development Review veröffentlicht.
(mho)