Pro7Sat.1-Media AG im Feldtest für interaktives Fernsehen

Kernstück des Konzepts ist eine spezielle Fernbedienung mit Display, die via Funk Signale von einem speziellen Scart-Adapter am Fernseher erhält und an ein Mini-Funkmodem aussendet.

vorlesen Druckansicht 97 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.

Betty ist der Projektname für einen Zwischenschritt auf dem Weg des interaktiven Fernsehens vom Mitmach-TV über Telefon bis zur standardmäßigen Verfügbarkeit des digitalen Rückkanals. Kernstück des Konzepts ist eine spezielle Fernbedienung mit Display, die via Funk Signale von einem Scart-Adapter am Fernseher erhält und an ein Mini-Funk-Modem aussendet. Letzteres passt in die normale Telefonbuchse; der Sender am TV-Gerät steckt in der Scart-Buchse, dessen Signal er durchschleift, und liest Informationen aus dem nicht sichtbaren Bereich des Fernsehbildes aus.

Erste Anwendungen werden unter anderem Spiel- und Quizsendungen, Zuschauerabstimmungen, Prämiensammeln und Shopping sein. So kann der Zuschauer etwa in Sat.1-Quizshows parallel mitraten oder bei der Pro7-Kochshow Zacherl die Rezepte abrufen.

Die Kostenabrechnung für die Dienste erfolgt im PrePaid-Verfahren. Die "Geldbörse" dazu befindet sich in der Fernbedienung und wird über die Telefonrechnung mit bis zu maximal 200 Euro aufgeladen. Die Geldbörse ist über eine PIN geschützt und nutzt denselben Schutz wie die Geldkarte -- der Geldchip ist eine Java Smartcard. Die Abbuchung der einzelnen Beträge erfolgt nach Bestätigung durch den Zuschauer ohne den Rückkanal. Alle Transaktionen sind mit 3DES verschlüsselt.

Die an der Projektentwicklung beteiligte Betty Mitmach TV GmbH ist aus einem Spin-off der FAST TV Server AG hervorgegangen, die mit dem TV-Server einen der frühen Festplattenrekorder hergestellt haben und unter anderem tvtv.de betreiben. Nach dem bis Ende Oktober angesetzten Feldtest mit 1000 Probanden entscheidet die ProSiebenSat.1 zum Jahresende über den Regelbetrieb. (Rainald Menge) / (vza)