Organspende-Angabe prangt bei Apobank auf der Kreditkarte

Unbezahlbar sind menschliche Organspenden. Apobank-Kunden können ihre Spendenbereitschaft auf Mastercards schreiben lassen.

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Steinernes Herz auf rot gefärbten Flechten

(Bild: Daniel AJ Sokolov)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Deutschland hat zu wenig Organspender. Während beispielsweise Österreich eine Opt-Out-Lösung gewählt hat, gilt in Deutschland die "Entscheidungslösung". Nur wer sich aktiv für Organ- und/oder Gewebespende ausgesprochen hat, kommt als entsprechender Spender infrage. Tausende Deutsche stehen auf der Warteliste für ein Spenderorgan. Dabei wären 85 Prozent der Bundesbürger im Ernstfall grundsätzlich zur Spende bereit, doch weniger als die Hälfte dokumentiert das auch.

Ihnen möchte die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank) unter die Arme greifen. Als erstes Kreditinstitut in Deutschland gibt sie die Life Donor Mastercard aus. Diese Karte zeigt die freiwillige Entscheidung zur Organspende an, ist also Kreditkarte und Organspendenausweis in einem. Ansonsten sind keine medizinischen Daten vermerkt.

Mastercard Deutschland hofft, dass bald weitere Kartenaussteller dieses Merkmal anbieten: "Wir hoffen, dass bald auch weitere Banken folgen, denn mit diesem pragmatischen Feature können wir gemeinsam viel bewirken: das Bewusstsein für die Wichtigkeit der Organspende in Deutschland fördern", sagte Geschäftsführer Peter Robejsek. "Wenn es gelingt, die Bereitschaft zu erhöhen, retten wir gemeinsam Leben."

Ein weiteres Geldinstitut gibt es bereits: Seit dem Herbst können Inhaber einer Mastercard Debitkarte des E-Geld-Instituts Paycenter (Vimpay) ihre Erklärung zur Organ- und Gewebespende auf ihrer Bezahlkarte eintragen lassen. Die Apobank bringt nun die erste deutsche Mastercard Kreditkarte mit diesem Merkmal heraus.

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Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank ist eine Genossenschaft. Kunden sind Angehörige der Heilberufe, ihre Standesorganisationen und Berufsverbände, Einrichtungen der Gesundheitsversorgung und Unternehmen im Gesundheitsmarkt.

Seit dem März des Vorjahres gibt es in Deutschland ein Online-Register für potenzielle Organspender, vorerst ohne Gewebespender. Im ersten Jahr haben sich dort rund 280.000 Menschen registriert. Weniger als acht Prozent haben dabei Organspenden grundsätzlich abgelehnt, weitere gut sieben Prozent nach Organen differenziert.

(ds)