CPI stellt ab sofort Distributionsgeschäft ein

Der insolvente Server- und Storage-Spezialist CPI gibt das Distributionsgeschäft auf. Ab sofort soll das Unternehmen mit IT-Lösungen – auch mit Supermicro – überleben. 16 der 35 Mitarbeiter wurden bereits gekündigt.

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Von
  • Wolfgang KĂĽhn

Die Computer Partner Handels GmbH (CPI) CPΙ in Feldkirchen bei München kann nur überleben, wenn das Distributionsgeschäft beerdigt wird. Zu diesem Schluss ist der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Matthias Hofmann nach Gesprächen mit potenziellen Investoren gekommen. Damit wird CPI nach mehr als 15 Jahren das Distributionsgeschäft beenden. Und zwar sofort, wie Hofmann am Dienstag mitteilte.

CPI wird nur noch IT-Lösungen anbieten

Die Zukunft liegt stattdessen in Server- und Storage-Lösungen, die bislang bei CPI etwa 30 Prozent des Geschäftsvolumens ausgemacht haben. “Nachdem wir über 80 mögliche Investoren angesprochen und rund zehn Interessenten Einsicht in detaillierte Unterlagen gegeben haben, mussten wir feststellen, dass CPI nur im Bereich IT-Lösungen, und nicht in der reinen Distribution, über nennenswerte Vorteile vor Wettbewerbern verfügt“, erklärt dazu der Insolvenzverwalter. Tatsächlich nagten gesunkene Umsätze und niedrige Margen, verbunden mit hohem Wettbewerbsdruck in der Distribution am Geschäftsergebnis des Unternehmens. So ist es auch Ende Juni dazu gekommen, dass die Geschäftsführung Insolvenzantrag beim Amtsgericht München stellen musste. CPI war mit zuletzt 35 Mitarbeitern und einem Umsatz von etwa 35 Millionen Euro in Zahlungsnot geraten. Alle Kreditlinien wurden gekündigt.

Nur 19 von 35 Mitarbeitern bleiben

Mit der Komponentendistribution ist bei CPI Schluss. Der Fokus liegt nun auf Storage-Lösungen.

(Bild: CPI)

In Folge der bereits vom Insolvenzverwalter eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen wurden 16 der 35 Mitarbeiter gekündigt. Dies sei, so Hofmann, überaus schmerzlich, “aber letztlich hätte das Unternehmen ohne umfassende Sanierungsmaßnahmen keine Zukunft und dann würden alle Arbeitsplätze wegfallen“. Die Entscheidung, den Geschäftszweck von CPI ab sofort allein auf Server- und Storage-Lösungen zu konzentrieren, resultiert aus den Gesprächen mit potenziellen Investoren. Hofmann ist optimistisch, so bis Ende August die Investorengespräche abschließen zu können. Derzeit gibt es drei bis vier ernsthafte Interessenten, wie er gegenüber heise resale erklärt. Vermutlich kommen die Investoren aus dem IT-Umfeld. Mit dem Einstieg eines neuen Investors wird auch geklärt, wer künftig die Geschäfte bei CPI leiten wird.

Trotz der Aufgabe des Distributionsgeschäftes wird CPI auch in Zukunft mit Supermicro als Lösungsanbieter weiter arbeiten. Supermicro hatte in den vergangenen Monaten sein Vertriebsnetz mit neuen Distributoren und Lösungsanbietern sehr stark ausgebaut. Dieser größere Wettbewerbsdruck sei aber, wie heise resale aus Mitarbeiterkreisen erfahren hat, kein Grund für drohende Zahlungsunfähigkeit gewesen. (gs)