Das Ausland lockt, Deutschland schreckt ab: Freelancer denken ans Auswandern

Ein großer Teil der Freelancer denkt darüber nach, Deutschland den Rücken zu kehren. Bessere Bedingungen und weniger Bürokratie machen das Ausland attraktiv.

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Mann kauert im Urlaub auf einer Hängematte am Smartphone und kann nicht abschalten.

(Bild: Song_about_summer/Shutterstock.com)

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48 Prozent der Freelancer in Deutschland denken laut einer Umfrage des Vermittlungsportals Freelancermap darüber nach, ins Ausland auszuwandern. Zu den Gründen, Deutschland den Rücken zu kehren, gehören demnach die Aussicht auf bessere Lebensbedingungen, die hiesige Politik und weniger Bürokratie.

Im Vergleich zur Vorjahresbefragung von Freelancermap scheint sich die Stimmung unter den Freiberuflern immerhin ein wenig aufgehellt zu haben: 2024 waren es noch über die Hälfte (54 Prozent), die eine Auswanderung in Betracht zogen, nun also nur noch fast die Hälfte. Zudem sei auch der Anteil derer gestiegen, für die eine Auswanderung nicht infrage kommt – von 22 Prozent im Vorjahr auf aktuell 35 Prozent. Konkret planten auch nur acht Prozent ihre Auswanderung (2024: 14 Prozent.) Wie im Vorjahr gab auch 2025 fast jeder zehnte Befragte an, bereits ausgewandert zu sein. Für das diesjährige Stimmungsbild wurden laut Freelancermap 1752 Freelancer befragt.

Eine wirkliche Verbesserung an der Lage für Solo-Selbstständige in Deutschland sieht man bei Freelancermap aber nicht: "Wenn fast jede:r zweite Freelancer darüber nachdenkt, Deutschland zu verlassen, ist das kein individuelles Problem mehr, sondern ein strukturelles Versagen", kommentierte Thomas Maas, CEO von Freelancermap, die Ergebnisse. An fehlender Rechtssicherheit und mangelnder politischer Perspektiven für Selbstständige habe sich wenig geändert.

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Der häufigste Grund für die Auswanderungs-Überlegungen sind für 42 Prozent bessere Lebensbedingungen im Ausland. Weitere Argumente sind steuerliche Vorteile (38 Prozent) und politische oder gesellschaftliche Gründe (37 Prozent). Über ein Drittel führte auch den Wunsch nach weniger Bürokratie an und jeder vierte Freiberufler die geringere Gefahr der Scheinselbstständigkeit, die gerade IT-Freelancern in Deutschland häufig Sorgen bereitet. 20 Prozent versprachen sich auch bessere Job-Chancen im Ausland.

(axk)