Neue US-Zölle bedrohen Apples Herstellung in Vietnam

Vietnam zählt neben Indien zu den zentralen alternativen Fertigungsorten Apples, um von China wegzukommen. Doch die Trump-Regierung zieht nun die "Tariffs" an.

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Vietnamesische Flaggen über Geschäften in Hanois Altstadt

Flaggen von Vietnam.

(Bild: Xita/Shutterstock.com)

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Nach Antritt der ersten Trump-Administration im Jahr 2017 begann Apple verstärkt, seine Produktion zu diversifizieren: Insbesondere China sollte als bis dato wichtigster Fertigungsstandort Kapazitäten abbauen, damit der Konzern im aufkommenden Handelskrieg mit den USA weniger leiden möge. Bei der Suche nach neuen Regionen für die Herstellung landete Apple in Indien, wo jetzt schon mindestens 25 Prozent aller iPhones entstehen sollen, aber auch in anderen Regionen, darunter Vietnam. Das Problem: Neue Zölle, die die US-Regierung nicht nur gegen China, sondern auch gegen andere Länder verhängt, bedrohen den Umzug – beziehungsweise lassen diesen als weniger clever erscheinen.

Für Vietnam hatten die USA nun einen "Deal" angekündigt, der eine Zollrate von 20 Prozent einschließt. Was nach "nicht viel" klingt, ist immerhin das Doppelte des aktuellen Zollsatzes im Rahmen einer 90-Tages-Periode, die Trump sich für Verhandlungen gab. Wäre es zu keinem Deal gekommen, wollten die USA 46 Prozent festsetzen. Neben den 20 Prozent kommt noch ein sogenannter Transshipping-Zoll: 40 Prozent soll gezahlt werden, wenn Produkte nur durch Vietnam "durchgeschleift" werden, also eigentlich aus anderen Ländern wie China stammen, dann aber in den USA landen.

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Apple stellt in Vietnam aktuell Zubehörprodukte wie die Apple Watch und die AirPods, aber auch wichtigere Hardware wie bestimmte Varianten von Mac mini, MacBook Pro und iPad her. Ob Transshipping-Kosten anfallen würden, weil in Vietnam Komponenten aus China zusammengesetzt werden, blieb zunächst unklar. Zum Vergleich: Vor dem Beginn der Zolldebatte lag die Importgebühr für Produkte aus Vietnam in die USA bei nur 4 Prozent.

Trump zufolge ist der Deal ein groĂźer Erfolg, da Vietnam selbst Produkte aus den USA zu 0 Prozent Zoll entgegennehmen werde. "Es ist mir eine groĂźe Ehre, bekannt zu geben, dass ich soeben ein Handelsabkommen mit der Sozialistischen Republik Vietnam geschlossen habe", so Trump auf seinem sozialen Netzwerk Truth Social.

Wie üblich hieß es aus der US-Regierung, dass "Vietnam zahlen" werde. Allerdings entrichtet den Zoll stets der Importeur, in diesem Fall also Apple. Das heißt, dass sich die Gebühr insgesamt verfünffacht hat. Aktuell ist noch unklar, ob der iPhone-Hersteller deshalb seine Preise erhöhen wird.

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(bsc)