Nokia liefert GSM- und UMTS-Netz nach Libyen
Die Industrie weltweit hofft auf eine Belebung des Handels mit Libyen; der Auftrag an Nokia für GSM/EDGE- und UMTS-Netze gibt dem neue Nahrung.
Für rund 120 Millionen Euro kauft die libysche General Post and Telecommunications Company (GPTC) beim Handy-Weltmarktführer Nokia ein: Die Finnen liefern GSM- und UMTS-Infrastruktur für das afrikanische Land. Nach den Vereinbarungen soll Nokia sowohl die Geräte für das gesamte Kernnetz der GPTC liefern sowie die Einrichtungen für 50 Prozent des Funknetzes. Die von Nokia gelieferte Funknetz-Infrastruktur dient dabei für die Netzabdeckung in der Hauptstadt Tripolis und im westlichen Teil des Landes.
Die Netzkomponenten bieten ein GSM-Netzwerk mit Unterstützung für die Erweiterung EDGE. Außerdem sollen die Basisstationen bereits für UMTS (WCDMA) ausgelegt sein. Zusätzlich kauft GPTC bei Nokia GPRS-Lösungen für das GSM-Netz sowie das MSC Server-System auf Basis von 3GPP Release 4, das Voice-over-IP-Lösungen ermöglicht.
Das Geschäft von Nokia mit Libyen dürfte auch in Deutschland weitere Hoffnungen wecken: Die deutsche Industrie hofft auf eine starke und anhaltende Belebung des Handels mit Libyen. Spätestens nach dem Entschädigungsabkommen für die Opfer des Anschlages auf die Berliner Diskothek "La Belle" zählen Politik und Wirtschaft den libyschen Staatschef Moammar al Ghaddafi auch hierzulande nicht mehr zu den "großen Bösewichtern" der Welt. Die Annäherungsversuche Ghaddafis an die westliche Welt, unter anderem durch die Ankündigung, Programme zur Entwicklung von Massenvernichtungswaffen nicht weiter zu verfolgen, wurden von Europa und den USA bereits mit der Aufnahme von Beziehungen und Wirtschaftsverhandlungen honoriert. (jk)