Rolls-Royce Ghost: Nobel-Brite im Fahrbericht
Mit dem neuen Einstiegsmodell Ghost will Rolls-Royce neue Käufer begeistern. Wir waren mit ihm unterwegs und wollten wissen, wie viel britisches Flair trotz der bayrischen Einflüsse in ihm steckt
- Gregor Hebermehl
München, 30. Juli 2010 – Es gibt sie noch, die Autos, die sich normalen Testkriterien zu entziehen scheinen. Wer fragt bei einem Sportwagen schon nach dem Kofferraumvolumen oder dem Platzangebot auf den Rücksitzen? Auch Rolls-Royce stand immer ein wenig über den Dingen: Fragen nach der Motorleistung oder Höchstgeschwindigkeit wurden stets mit „ausreichend“ beantwortet. Doch die Zeiten ändern sich. Seit BMW bei Rolls-Royce eingestiegen ist, hat sich einiges getan. Das neue Einstiegsmodell Ghost kostet 160.000 Euro weniger als ein Rolls-Royce Phantom. Das soll neue Käuferschichten anlocken. Wir waren mit dem neuen Ghost unterwegs und wollten herausfinden, wie viel englisches Flair trotz der bayrischen Einflüsse übrig geblieben ist.
Typische Elemente
Allein der Radstand des Ghost von annähernd 3,30 Meter geht deutlich über die Gesamtlänge eines 2,70 Meter langen Smart Fortwo hinaus. Insgesamt erstreckt sich die englische Limousine auf 5,40 Meter und ist fast 2 Meter breit. Und der große Block stellt mit seinem Auftritt nicht nur ebenfalls sehr präsente Fahrzeuge wie den neuen Audi A8 locker in den Schatten, er ist auch das jüngste und kleinste Modell, das die Mutter Rolls-Royce in die Welt gesetzt hat. Alles an dem großen Kleinen zeigt unverhohlenes Selbstbewusstsein: Der beinahe senkrechte Grill, die etwas groß geratenen Außenspiegel, die chromblitzenden Außentürgriffe und das dank eines ausgeklügelten Mechanismus auch bei drehenden Rädern jeweils in aufrechter Position verharrende Doppel-R-Logo in den Naben der 20-Zoll-Räder.
Rolls-Royce Ghost: Nobel-Brite im Fahrbericht (46 Bilder)

Das neue Einstiegsmodell: Der Rolls-Royce Ghost
Leder aus Sachsen
In die Kabine des edlen Briten gelangt man über gegenläufig öffnende Türen. Die hinteren Pforten lassen sich separat öffnen und schließen, auch wenn die vorderen Türen geschlossen sind. Das Ein- und Aussteigen in den Fond ist eine bequeme Angelegenheit. Auf dicken Sesseln, deren Leder von der Manufaktur Wert-Leder aus dem sächsischen Freiberg kommt, sitzt man vorne und hinten erstklassig. Und sollten Chauffeur oder Portier aus lauter Unaufmerksamkeit mal vergessen haben, die hinteren Türen zu schließen: Ein kurzer Druck auf einen Knopf in der C-Säule und das Portal schließt sich sanft.