Für Bergrettungseinsätze: eVTOL Jetson One hält starken Winden stand
Jetson hat sein einsitziges eVTOL Jetson One für den Einsatz bei Bergrettungsmissionen getestet. Die Tests in Polen verliefen vielversprechend.
Ein Jetson One bei Bergrettungstests der GOPR.
(Bild: Screenshot/Jetson)
Das Luftfahrtunternehmen Jetson hat seinen eVTOL Jetson One erfolgreich für den Einsatz in der Bergrettung getestet. Bei den Tests in Polen kamen zwei der Fluggeräte zum Einsatz. Sie hielten dabei starken Seitenwinden von bis zu 58 km/h stand.
Bei der Bergrettung zählt jede Sekunde. Ersthelfer müssen schnellstmöglich vor Ort sein, um am Berg verunglückte Menschen helfen zu können. Meist werden Rettungstrupps zu Fuß oder mit dem Geländewagen und Helikopter eingesetzt. Erstere sind häufig zu langsam am Unfallort, letztere können nicht überall landen, weil der Platz fehlt. Zudem ist der Wartungskostenaufwand von Helikoptern hoch. Das polnische Bergrettungsteam Górskie Ochotnicze Pogotowie Ratunkowe (GOPR) hat das eVTOL Jetson One als eine Möglichkeit identifiziert, um in Not geratene Bergsteiger schneller retten zu können. Ein einzelner Jetson One könne etwa bis zu 700 km² abgelegenes Gelände abdecken, rechnen sie vor.
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Um das zu überprüfen, hat GOPR das Team von Jetson zu den Tests eingeladen. Jetson setzte dabei zwei serienmäßige Jetson One ein. Dabei handelt es sich um ein einsitziges, 115 kg leichtes eVTOL, dessen vier Rotorenpaare von paarweise übereinanderliegenden Elektromotoren angetrieben werden. Das eVTOL mit Maßen von 2,7 m × 1,6 m × 1,1 m ist klappbar und insgesamt sehr minimalistisch aufgebaut. Das Fluggerät ist in wenigen Sekunden einsatzbereit und kann deshalb in Notfällen sehr schnell starten. Jetson One kann einen Piloten mit einem Gewicht von bis zu 95 kg tragen. Es ist also nicht möglich, einen Verletzten damit zu bergen. Die Flugzeit beträgt rund 30 Minuten, die Geschwindigkeit ist softwaremäßig auf 102 km/h abgeriegelt.
Kurze Reaktionszeit
Bei den Tests wurden die Reaktionszeit bis zur Einsatzbereitschaft sowie die grundlegende Tauglichkeit für Rettungseinsätze ausprobiert. Dabei bewerteten mehrere verschiedene Vertreter von Rettungsorganisationen die Tauglichkeit. Das sollte sicherstellen, dass unterschiedliche Perspektiven in die Bewertung einfließen. Die beiden Jetson One flogen zu mehreren Bergstandorten, darunter zum Berg Lubań mit einer Höhe von knapp 1211 m. Den Gipfel erreichten sie in weniger als vier Minuten. Starke Winde bis zu einer Geschwindigkeit von 58 km/h konnten die eVTOL nicht aus der Ruhe bringen. Das Jetson One war zudem in der Lage, auf engstem Raum zu landen und wieder zu starten.
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Die bewertenden Rettungsorganisationen sind sich einig, dass ein Jetson One als "Speerspitze" der Bergrettung und zur schellen Erstversorgung von Verletzten eingesetzt werden kann. Jetson plant nun, den Jetson One für die Bergrettung und andere Einsatzszenarien zur Rettung von Menschenleben anzupassen.
(olb)