Sotheby's: Wertvollster Meteorit vom Mars fĂĽr 5,3 Millionen US-Dollar ersteigert
Bei der Versteigerung des größten Stücks vom Mars auf der Erde wurden die Erwartungen von Sotheby's übertroffen. 5,3 Millionen US-Dollar kamen zusammen.
Der Marsmeteorit NWA 16788
(Bild: Sotheby's)
Das größte bekannte Fragment des Mars auf der Erde ist am Mittwoch für insgesamt 5,3 Millionen US-Dollar (etwa 4,5 Millionen Euro) versteigert worden. Das hat das Auktionshaus Sotheby's mitgeteilt und erklärt, dass der rote Stein damit jetzt der bislang teuerste versteigerte Meteorit sei. Wer den fast 25 Kilogramm schweren Stein ersteigert hat, teilte Sotheby's bislang nicht mit. Das finale Gebot lag laut dem Guardian bei 4,3 Millionen US-Dollar, der Gesamtpreis enthält demnach noch verschiedene Gebühren und Extrakosten. Solange nicht klar ist, wer den Meteoriten ersteigert hat, bleibt auch unklar, wo die Rarität landen wird.
"Unverwechselbar marsianisch"
Der Meteorit mit der Bezeichnung NWA 16788 wurde auf den Tag genau zwei Jahre vor seiner Versteigerung von einem anonymen Meteoritenjäger in der Region Agadez im Nordosten Nigers entdeckt. Er ist um mehr als zwei Drittel größer als der nächstgrößte Meteorit, der ebenfalls vom Mars stammt. Außerdem macht er etwa 6,5 Prozent des gesamten auf der Erde bekannten Materials aus, das vom Roten Planeten stammt. Deshalb ist er für die Forschung von enormem Wert. Bei der Versteigerung könnte nun geholfen haben, dass er von einer roten Kruste umgeben ist, die "unverwechselbar marsianisch" aussieht, wie Sotheby's es ausgedrückt hat.
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Vor der Aktion hat es an dem Umgang mit dem Meteoriten Kritik gegeben. Es wäre eine Schande, wenn er in einem Tresor eines Oligarchen verschwindet", meinte etwa der Paläontologe Steve Brusatte. Der mächtige Gesteinsbrocken gehöre in ein Museum, wo man ihn untersuchen könne und wo sich Kinder, Familien und die Öffentlichkeit daran erfreuen könnten. Dagegen hat die Planetologin Julia Cartwright darauf hingewiesen, dass es ohne einen Markt für solche Fundstücke auch viel weniger Menschen geben würde, die viel Zeit und Geld dafür aufwenden, solche Meteoriten zu suchen. In dem Fall würden auch viel weniger davon gefunden, was für die Forschung insgesamt schlecht wäre.
(mho)