Hacker-Treffen in Manhattan
Hacker aus aller Welt treffen sich in Manhattan zum Meinungsaustausch und um ihr Image aufzubessern.
In Manhattan findet die fünfte HOPE-Konferenz (Hackers On Planet Earth) statt. Hacker aus aller Welt sind in zusammengekommen, um sich und ihre Arbeit ins rechte Licht zu rücken. Die dreitägige Konferenz, die seit 1994 alle zwei Jahre stattfindet, soll der Öffentlichkeit bewusst machen, dass es auch "gute" Hacker gebe, die nicht nur Viren und Würmer verbreiten, Daten klauen und Systeme lahmlegen. Allerdings sei allen Hackern ein "scharfer Intellekt und technologische Expertise" eigen, heißt es im Veranstaltungsprogramm des Treffens.
Ausrichter der Konferenz ist Emmanuel Goldstein, Herausgeber des Hacker-Magazins "2600". Er sieht einen aktuellen Bedarf für Hacker: Der Patriot Act durchlöchere die Privatsphäre und bei kommenden Wahlen sollen elektronische Abstimmungssysteme eingesetzt werden. Währenddessen entwickeln und verbreiten Hacker Verschlüsselungssysteme und informieren die Allgemeinheit über die Notwendigkeit des Datenschutzes. Goldstein weiter: "Hacker sind diejenigen, die das Loch finden und zeigen, wie man es stopft."
Als Keynote-Sprecher war gestern Kevin Mitnick geladen, der Anfang der 90er Jahre wegen mehrerer Einbrüche in Computersysteme des Militärs und großer US-Konzerne als "meist gesuchter Krimineller der USA" gejagt und in einer dramatischen Verfolgungsjagd im Februar 1995 geschnappt worden war. Er kam nach fünf Jahren Haft wieder frei, durfte aber bis zum 21. Januar 2003 keine Computer benutzen.
Heute wird Steve Wozniak erwartet, der vor rund 30 Jahren mit Steve Jobs die Firma Apple gründete. Während Jobs als CEO zu Apple zurückkehrte, blieb es um Wozniak lange still. In diesem Jahr meldete er sich mit einer neuen Firma zurück: WOZ (Wheels of Zeus) will mit GPS und Funkchips ein preiswertes System entwickeln, mit dem sich verlorene Personen, Tiere und Gegenstände auffinden lassen.
Morgen soll Jello Biafra sprechen. Der ehemalige Lead-Sänger der Dead Kennedys wird als "Musiker, Free-Speech-Aktivist und Media-Hacker" angekündigt. Die Veranstalter legen viel Wert auf die Verquickung von Kultur und Technik: Neben rund 70 Panels zu Sicherheitsthemen von Firewalls bis Social Engineering werden rund um die Uhr Filme gezeigt, darunter auch das deutsche Hacker-Epos "23". (ad)