Hutchison will mit 2G-Netzen zu "Vodafone der Schwellenländer" werden

Der chinesische Konzern Hutchison Whampoa will ein Viertel seiner Mobilfunkunternehmen in Schwellenländern an die Börse bringen.

vorlesen Druckansicht 8 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.

Der chinesische Konzern Hutchison Whampoa will ein Viertel seiner Mobilfunkunternehmen in Schwellenländern an die Börse bringen. Hutchison Telecommunications International Limited (HTIL) gehören die 2G-Mobilfunknetze des Konzerns in Ghana, Hongkong, Indien, Israel, Macau, Paraguay und Sri Lanka sowie ein 3G-Netz in Hongkong. Zudem betreibt HTIL ein 2G-Netz in Thailand, mit einem Partner ist im Vietnam der Aufbau eines Netzes vereinbart. Die 1,155 Milliarden Aktien sollen Mitte Oktober in New York und Hongkong gelistet werden und etwa 800 bis 930 Millionen Euro einbringen.

"Wir wollen HTIL zu einer großen Telekom-Firma in den Schwellenländern machen", sagte Hutchison-Manager Canning Fok, "so wie Vodafone in Europa." Dennoch werden die Einnahmen aus dem Börsegang nicht für eine Kapitalerhöhung der auf den Cayman Islands registrierten HTIL genutzt, sondern fließen in den Mutterkonzern, der damit einen Teil der sehr hohen Anlaufverluste aus seinen UMTS-Netzen in Europa und Australien abdecken wird. Im ersten Halbjahr 2004 hat die 3G-Sparte des Konzerns vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) rund 1,3 Milliarden Euro Verlust geschrieben.

Bereits im ersten Halbjahr hat der Hutchison-Konzern zirka 1,6 Milliarden Euro aus dem Verkauf von Tochterunternehmen erzielt. Ursprünglich hatte Hutchison Whampoa geplant, 30 Prozent von HTIL zu verkaufen. Das geringe Interesse der Aktienfondsmanager hat den Konzern jedoch zu einer Verkleinerung des Börsengangs bewogen. Zusätzlich werden ungefähr 3,5 Prozent der Anteile an NTT DoCoMo gehen, womit den Japanern ein Teil des Ausstieges aus der Hutchison 3G UK abgegolten wird. Zu einem späteren Zeitpunkt soll das Indien-Geschäft aus HTIL ausgegründet und vor Ort an die Börse gebracht werden. (Daniel AJ Sokolov) / (jk)