Vergleichende Werbung: Apple geht in Indien gegen Xiaomi vor
Der chinesische Hersteller hatte das Xiaomi 15 Ultra mit dem iPhone 16 Pro Max verglichen und es "niedlich" genannt. Auch Samsung klagt wegen ähnlicher Werbung.
(Bild: heise medien)
Apple hat dem chinesischen Elektronikhersteller Xiaomi in Indien ein Unterlassungsbegehren zustellen lassen. Dabei geht es um "bestimmte Werbungen", in denen das Unternehmen sein Modell 15 Ultra mit Apples aktuellem Flaggschiff iPhone 16 Pro Max verglichen hatte. Auch Samsung soll eine ähnliche Unterlassungserklärung an Xiaomi versendet haben, berichtet die in Mumbai erscheinende Economic Times unter Berufung auf informierte Personen. Der Vorwurf: Xiaomi soll mit seinem Marketing "abwertende Vergleiche" zwischen den eigenen Handys und denen der Konkurrenz gezogen haben. Das ist unter bestimmten Umständen in Indien nicht erlaubt.
Kamera gegen Kamera
In einer der Anzeigen, die offenbar betroffen sind, wird das Kameramodul des iPhone 16 Pro Max als "niedlich" ("cute") bezeichnet, während das 15 Ultra vier Kameras von Leica aufweise – mit 14, 23, 70 und 100 mm. "Das. Ist. Es", schreibt Xiaomi dazu. In einer anderen Werbung am 1. April hieß es, es sei wohl ein Aprilscherz, wenn man meine, die Kameras des iPhone 16 Pro Max seien so gut wie die des 15 Ultra. In einer anderen Werbung für ein Xiaomi-Tablet bat der Hersteller, beim iPad Pro doch "anders zu denken" – und griff dabei den alten "Think Different"-Spruch von Apple auf.
Während gegen Apple mit ganzseitigen Anzeigen geworben wurde, agierte Xiaomi gegen Samsung-Smartphones vor allem in den sozialen Medien, so der Bericht. Der chinesische Konzern warb allerdings auch hier in Zeitungen: Dabei ging es jedoch nicht um Smartphones, sondern um Werbung für QLED-TV-Geräte, die wiederum mit Samsungs LED-Fernsehern verglichen wurden. Allerdings ist Xiaomi in Indien in diesem Segment deutlich erfolgreicher als bei Premium-Smartphones, wo der Marktanteil bei einem Prozent liegen soll. Das Unternehmen ist neben Samsung und LG bei Fernsehern in Indien in den Top 3, so die Economic Times. Ob Samsung auch gegen die Werbung für TV-Geräte vorging oder nur gegen die für Xiaomi-Smartphones, blieb zunächst unklar.
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Indien als Markt und Produzent
Ob es nach den Unterlassungsbegehren ("Cease and Desist") auch zu Klagen kommt, blieb zunächst unklar. Diese sind stets ein erster Schritt vor einem eigentlichen Rechtsstreit. Weder Apple noch Samsung oder Xiaomi kommentierten den Bericht.
Für Apple ist Indien, das bevölkerungsreichste Land der Erde, zunehmend wichtig. So baut der Konzern sowohl sein Verkaufsnetz als auch seine Produktionsstätten auf, die bereits zur weltweit zweitgrößten iPhone-Fertigung nach China geworden sind.
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(bsc)