Tödliches Feuer in Batterie-Fabrik: Lange Haft für Firmenchefs

Eine Lithium-Batterie fängt Feuer. Binnen Sekunden ist die südkoreanische Fabrik voller giftigen Rauchs. 23 Arbeiter sterben. Nun wurden die Chefs verurteilt.

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Blaulicht
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23 Tote forderte ein Großbrand in einer südkoreanischen Batteriefabrik der Firma Aricell im Juni 2024. In der Fabrik wurden nicht-wiederaufladbare Lithium-Batterien (Li-SOCl2) hergestellt. Nun sind Aricells Firmenchef Soon-kwan Park sowie sein als General Manager tätiger Sohn zu jeweils 15 Jahren Haft verurteilt worden, der Sohn zusätzlich zu einer symbolischen Geldstrafe.

Die Urteile wurden am Dienstag vom Bezirksgericht Suwon verhängt, wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap meldet. Es sind die bislang höchsten Strafen unter einem relativ neuen südkoreanischen Gesetz, dem 2022 eingeführten Serious Accidents Punishment Act in 2022. Damit sollen Eigentümer und Manager für tödliche Arbeitsunfälle zur Verantwortung gezogen werden. Vorgesehen ist eine Mindeststrafe von einem Jahr Gefängnis.

Die Anklage hat sogar die höchstmögliche Haftstrafe von 20 Jahren gefordert. Sie warf den Verantwortlichen vor, durch Änderungen am Gebäude den Werktätigen die Flucht erschwert zu haben. Beispielsweise habe eine nicht tragende Wand einen Fluchtweg versperrt. Die Todesopfer waren überwiegend chinesische Gastarbeiter.

Das Feuer soll sich in einer einzelnen Batteriezelle explosiv entzündet haben und gleich auf weitere Batteriezellen übergesprungen sein, die dann ebenfalls explodierten. Eine Überwachungskamera zeichnete den Ausbruch des Feuers auf: Zu sehen sind ungeschützte Arbeiter, die beginnen, einen Stapel Batterien abzutragen, um die Ursache der Explosionen zu lokalisieren. Eine Person versucht, das Feuer mit einem Feuerlöscher zu bekämpfen – ein Hinweis auf unzureichende Sicherheitsschulungen.

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Lithium-Brände sind schwierig zu bekämpfen, das Material reagiert stark mit Wasser. Entscheidend ist, die Sauerstoffzufuhr abzuschneiden. Die Feuerwehr rückte mit einem riesigen Aufgebot an, konnte aber erst nach mehr als viereinhalb Stunden in das Gebäude vordringen. Zahlreiche Explosionen und deswegen herumfliegende Betonteile erschwerten die Löscharbeiten.

(ds)