Microsoft nicht an Übernahme von PeopleSoft interessiert

Steve Ballmer denkt beim möglichen Zukauf anderer Firmen vor allem an kleinere und mittelständische Unternehmen; ein neuer Anlauf zur Übernahme von SAP stehe ebenfalls nicht auf der Tagesordnung.

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Von
  • dpa

Microsoft ist nicht an einer Übernahme des Konkurrenten PeopleSoft interessiert. Microsoft werde im Kampf von PeopleSoft gegen die 7,7 Milliarden Dollar schwere feindliche Übernahmeofferte von Oracle nicht als weißer Ritter auftreten, sagte Unternehmenschef Steve Ballmer der Financial Times. Er habe sein Augenmerk auf kleine und mittelgroße Firmen gerichtet. Ein Kauf der deutschen SAP, mit der Microsoft im vergangenen Jahr verhandelt hatte, stehe ebenfalls nicht auf der Tagesordnung, sagte Ballmer. "Aber man soll niemals nie sagen." Microsofts Finanzchef John Connors hatte vor kurzem kommentiert, er sehe das Potenzial für einige größere Übernahmen.

Oracle versucht seit mehr als einem Jahr, den zweitgrößten Unternehmenssoftware-Anbieter nach dem deutschen SAP-Konzern zu schlucken. Am Freitag hatte PeopleSoft überraschend die Entlassung seines Chefs Craig Conway bekannt gegeben. Conway war gegen das feindliche Übernahmeangebot durch Oracle. Deshalb ist nach Auffassung von Branchenkennern trotz der Beteuerung des PeopleSoft-Vorstands, die Abwehrschlacht gegen Oracle sei einvernehmlich mit Conway geführt worden, eine Übernahme näher gerückt.

Anfang September hatte ein US-Bundesgericht Oracle erlaubt, die Übernahmebemühungen fortzusetzen, weil keine Wettbewerbsverzerrung zu erkennen sei. Eine Entscheidung der EU-Kommission zur geplanten milliardenschweren Übernahme steht noch aus. (dpa) / (jk)