EADS will mit Raumfahrt mehr verdienen

Der Konzern will künftig sechs statt fünf Ariane-5-Raketen pro Jahr fertigstellen. Bis 2008 soll sich die Profitabilität von EADS Space Transportation verdoppeln, kündigte der Chef der Konzernsparte Evert Dudok gegenüber der "FTD" an.

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Von
  • Sven-Olaf Suhl

Bis 2008 soll sich die Profitabilität der Raumfahrtabteilung von EADS verdoppeln. Dies kündigte der Chef der EADS Space Transportation, Evert Dudok, in einem Gespräch mit der Financial Times Deutschland an. Die Konzernsparte mit rund 4000 Beschäftigten stehe dabei vor einem gewaltigen Umbau. Dudok zufolge steht die Raumfahrtabteilung derzeit im Wechsel von einer "Entwicklungsphase" in eine "Produktionsphase": Große Entwicklungsprogramme laufen aus, beispielsweise für die Transportkapsel ATV oder die französische Atomrakete M51. Öffentlich bekannt ist bereits, dass wegen des Auslaufens dieser Projekte in Frankreich binnen drei Jahren rund 700 Stellen wegfallen werden.

Dudok bekundete seine Absicht, das Raketengeschäft langfristig abzusichern: Das Gesamtprogramm "Boost 08" enthält neben Profitabilitätszielen auch Überlegungen über eine Beteiligung an Zukunftsprojekten wie der russischen Raumfähre "Clipper“. Die vor allem in Deutschland angesiedelte Kompetenz für Raketenoberstufen müsse erhalten werden, erklärte der 47-jährige Niederländer: "Ich habe ein Interesse, die deutsche Rolle zu stärken." Die jüngst beschlossene Entwicklung eines Triebwerks (Vinci) für eine wiederzündbare Ariane-Oberstufe sei ein entscheidender Schritt.

Der Space-Transportation-Chef sieht die Probleme der 10-Tonnen-Ariane nach dem Fehlstart im Dezember 2002 als gelöst an. "Die Rakete ist wieder erfolgreich zurück im Markt", sagte Dudok. Wegen technischer Schwierigkeiten verzögert sich derzeit allerdings der Start einer Ariane-5. Nach Dudoks Ansicht sollten auch die Pläne einer Ariane mit zwölf Tonnen Nutzlast wiederbelebt werden: Es sei ein Fehler gewesen, die Entwicklung der Schwerlast-Ariane zu stoppen, räumte Dudok ein. Er forderte die Politik auf, auch Programme für eine bemannte Raumfahrt der Europäer zu entwickeln.

Der EADS-Manager prognostiziert für das Raumfahrtgeschäft nach Jahren des Umbaus und der Defizite eine Wachstumsphase sowie bessere Erträge. EADS Space mit den Sparten Raketen und bemannte Raumfahrt (Space Transportation), Satelliten (Astrium) respektive Services erzielte 2004 knapp 2,6 Milliarden Euro Umsatz, aber lediglich 10 Millionen Euro operativen Ertrag. Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz nach vorläufigen Angaben um vier Prozent auf 2,7 Mrd. Euro. Space Transportation steuerte dazu fast die Hälfte bei. (ssu)