EU-Kommission startet Initiative zur Förderung der Digitalwirtschaft
Auch der Ausbau von Breitband-Internetanschlüssen gehört zum Maßnahmenkatalog der Initiative. Auf diesem Gebiet seien in den vergangenen Monaten aber bereits deutliche Fortschritte gemacht worden.
Die EU-Kommission hat am heutigen Mittwoch eine Initiative gestartet, mit der sie die digitale Wirtschaft in der Union fördern möchte. "Mit der Initiative i2010 sollen in der IT-Wirtschaft und den Medien neue Arbeitsplätze geschaffen werden", heißt es in einer Mitteilung. Die Kommission begründete den Vorstoß mit der Wichtigkeit der Branche, deren Anteil am Produktionszuwachs europaweit etwa 40 Prozent betrage. An alle Mitgliedsstaaten ergeht zudem der Aufruf, die Ausgaben für Forschung um 80 Prozent zu erhöhen. Einer Studie zufolge liegt die durchschnittliche Pro-Kopf-Investition in der EU bei 80 Euro, während es in Japan 350 Euro seien und in den USA sogar 400 Euro pro Jahr.
Eine gemeinsame europaweite Frequenzverwaltung soll dem digitalen Zeitalter Rechnung tragen und die bisherige nationstaatliche Regelung ablösen. Im Rahmen der Initiative soll zudem im kommenden Jahr der Rechtsrahmen für elektronische Kommunikation erneuert werden; bis 2007 sei dann ein Konzept für Digitales Rechtemanagement auf den Weg gebracht.
Auch der Ausbau von Breitband-Internetanschlüssen gehört zum Maßnahmenkatalog der Initiative. Auf diesem Gebiet seien in den vergangenen Monaten aber auch bereits deutliche Fortschritte gemacht worden. In einem aktuellen Bericht zählt die EU-Kommissarin für IT und Medien, Viviane Reding, auf, dass in Jahresfrist die Zahl der Breitbandanschlüsse in der EU um 70 Prozent auf 40 Millionen gestiegen sei. Erkennbar sei aber auch ein "Breitbandgraben": Während einige Mitgliedsstaaten im internationalen Vergleich an der Spitze stünden, hätten andere noch immer nicht den Anschluss gefunden.
Die Zahl der Breitbandanschlüsse stieg in der EU von 10,7 Millionen Anschlüssen 2003 auf 16,5 Millionen im Jahr 2004. Mit zusätzlichen 9,9 Millionen Anschlüssen beschleunigte sich das Wachstum im zweiten Halbjahr. In neun Staaten der EU liegt der Anteil der Breitbandnutzer über 10 Prozent, im Januar 2004 waren es nur vier Länder. Die Niederlande und Dänemark führen die Liste an mit einem Anteil von 19 Prozent beziehungsweise 18 Prozent. (tol)