Bing und Google als Unterhaltungsmaschinen
Zwei neue Studien rĂĽtteln am Bild der rationalen Suchmaschinennutzung.
Eine Suchmaschine soll nach landläufiger Meinung einen Webnutzer möglichst schnell ans Ziel bringen: hin zur Firmenseite des lokalen Elektroinstallateurs, zum tollen Last-Minute-Urlaub oder zum besten Pastarezept. Dementsprechend optimieren Suchmaschinenbetreiber ihre Algorithmen so, dass der Nutzer gleich in der ersten Trefferliste fündig werden kann. Zwei neue Studien zeigen nun aber, dass das Suchverhalten gar nicht immer so zielgerichtet ist, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.
Nutzer gehen offenbar auch auf Google, Bing und andere Suchseiten, um Zeit totzuschlagen und irgendetwas Unterhaltsames zu entdecken. Dann geben sie Suchbegriffe wie "lustige Bilder" oder "interessante neue Doku" ein. Nur: Für dieses Verhalten sind die Suchmaschinen bislang nicht optimiert. Wären sie es, könnten ihre Betreiber noch deutlich mehr Klicks bekommen und mittels Anzeigen in bare Münze verwandeln.
Zu diesem Schluss kommen Informatiker der Swansea University in Wales und der Universität Erlangen, die ihre Studien kürzlich auf dem "Human Computer Interaction and Information Retrieval"-Workshop in New Brunswick vorgestellt haben. Laut Swansea-Forscher Max Wilson konzentrieren sich derzeit 90 Prozent der Forschung bei Suchmaschinenbetreibern darauf, die klassische, zielgerichtete Suche zu verbessern. Doch gerade der Boom bei mobilen Webgeräten wie Smartphones werde das "Freizeit-Suchen" anwachsen lassen, erwartet Wilson.
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(bsc)