Physik-Nobelpreis für Entdeckungen in der Welt der Quarks

Den diesjährigen Physik-Nobelpreis teilen sich die drei US-Wissenschaftler David Gross, David Politzer und Frank Wilczek.

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Von
  • Peter-Michael Ziegler

Der mit 1,1 Millionen Euro dotierte Physik-Nobelpreis geht in diesem Jahr an die drei US-Wissenschaftler David Gross, David Politzer and Frank Wilczek für ihre Entdeckungen in der Welt der Quarks. Das gab die Schwedische Akademie der Wissenschaften heute in Stockholm bekannt.

Quarks gelten zusammen mit den Leptonen als elementare Bausteine der Materie. Die drei Wissenschaftler hatten in einer 1973 veröffentlichten Arbeit die starke Kraft zwischen Quarks theoretisch beschrieben, die durch den Austausch von farbigen Gluonen vermittelt wird. Entfernen sich zwei Quarks voneinander, steigt -- ähnlich wie bei einem Gummiband -- sonderbarerweise die Kraft zwischen den beiden an, statt abzunehmen. Diese Entdeckung floss später als wichtige Grundlage in die Quantenchromodynamik (QCD) ein.

Dank der Arbeit von Gross (University of California), Polizer (California Institute of Technology) und Wilcek (Massachusetts Institute of Technology) sei die Physik dem Traum ein Stück näher gekommen, eine alle Kräfte umfassende Universalformel zu entwickeln, teilte die Akademie mit. Der Name Quark selbst hat im Übrigen einen recht unwissenschaflichen Ursprung: Er entstammt dem (Nonsens-)Satz "Three quarks for Muster Mark" aus James Joyces Roman "Finnegans Wake".

Anders als bei der Vergabe des Medizin-Nobelpreises gestern hatten Anleger der Anfang September gestarteten Nobelpreisbörse die US-Wissenschaftler diesmal auf der Rechnung. Zwar wurde als Top-Kandidat der Guru der experimentellen Quanteninformationstheorie, Anton Zeilinger, gehandelt, die drei Nobelpreisgewinner belegten unter den begehrtesten Aktien aber allesamt gute Mittelplätze und schafften ihren IPO. (pmz)