3D-Funktion dank Doppellinse

Der japanische Elektronikkonzern Panasonic will plastische Aufnahmen mechanisch vereinfachen - mit Hilfe eines einzigen Objektivs.

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Der japanische Elektronikkonzern Panasonic will plastische Aufnahmen mechanisch vereinfachen - mit Hilfe eines einzigen Objektivs.

Wer dreidimensional fotografieren oder filmen will, musste bislang teure Spezialkameras kaufen - erst langsam wird die Technik in reguläre Consumer-Geräte integriert. Der japanische Elektronikkonzern Panasonic will dies nun den Besitzern seiner hauseigenen "Lumix G Micro System"-Serie ersparen und noch vor Ende des Jahres das erste austauschbare 3D-Objektiv mit Doppellinse anbieten. Stereobilder entstehen dabei durch die gleichzeitige Aufnahme zweier Bilder aus einem leicht versetzten Winkel.

Das Panasonic-System hat den Vorteil, dass beide optischen Einheiten in einer einzelnen optischen Einheit sitzen. Die Aufnahme wird dann über ein 3D-Bildverarbeitungssystem an die reguläre Kameraelektronik weitergereicht. Bei Konkurrenzgeräten waren bislang stets zwei Linsen mit zwei Charge-coupled-Device-Bildsensoren notwendig. Diese waren laut Panasonic aber bei sich schnell bewegenden Objekten nicht immer ideal - es ergaben sich potenziell Verzerrungen zwischen den Aufnahmen für das linke und das rechte Auge.

Der japanische Konzern arbeitet indes nicht nur an
3D-Kits für Kompaktkameras, sondern nutzt Objektive mit zwei Linsen auch für digitale Videokameras. Diese Geräte sind für Konsumenten allerdings noch kaum bezahlbar. Der bislang kleinsten Profi-Camcorder mit 3,2 KIlogramm Gewicht ist der AG-3DA1, der 3D-Bilder in Full-HD aufnehmen kann. Das Gerät integriert dazu alle notwendigen Komponenten: Zwei Linsen, Kamerakopf und ein doppeltes SD-Speicherkarten-Aufnahmesystem mit jeweils 32 Gigabyte, was für 180 Minuten in Panasonics Profiformat AVCHD PH ausreichen soll. Im Preis allerdings übertrifft die AG-3DA1 herkömmliche Videokameras noch deutlich - 18.000 Euro werden fällig.

Wie viel der Lumix-G-3D-Aufsatz kosten wird, ist bislang noch nicht bekannt – er dürfte allerdings nicht ganz billig sein und sich daher eher an fortgeschrittene Fotoamateure richten. (bsc)