Monitoring der Alpengletscher mit Drohnenaufnahmen und digitalen Zwillingen

Alpengletscher sind zentral fĂĽr den Energiehaushalt der Erde. Mit neuer Drohnentechnik und KI kartieren Forscher sie auf wenige Zentimeter genau.

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(Bild: Georesearch)

Lesezeit: 10 Min.
Von
  • Henri Wagner
Inhaltsverzeichnis

Wer sich den Klimawandel einmal in beeindruckender Konkretheit vor Augen führen möchte, dem kann man empfehlen, sich die zeitliche Entwicklung eines beliebigen Gletschers der Ostalpen über die vergangenen 15 Jahre anzuschauen. Die Gletscherränder wandern bergauf, der weiße Schnee weicht einer grauen, steinigen Eismasse und immer mehr dieser schönen Riesen verwandeln sich in das wohl traurigste Phänomen des Alpenraums: Toteisfelder.

Dabei sind Gletscher eine Lebensader für den Menschen, die das Klima stabil hält. Sie reflektieren durch weitläufige Schneefelder die Sonnenenergie, was die sogenannte Albedo der Erde erhöht, also den Anteil der Sonnenenergie, den die Erde wieder ins All zurückwirft. Zugleich speichern sie im Winter Wasser als Schnee, das zur Sommerzeit als Frischwasser in Flüssen Richtung Meer fließt und dabei eine Reihe von wichtigen Funktionen erfüllt.

c’t kompakt
  • Gletscher hemmen die Erderwärmung. Sie zu ĂĽberwachen, ist daher eine zentrale Aufgabe der Klimaforschung.
  • Drohnen mit moderner Technik liefern tiefe Einblicke und fĂĽttern digitale Zwillinge mit genauen Daten.
  • Forschungsprojekte wie MELT.AI nutzen diese Technik, um die Zukunft der Eismassen vorherzusagen.
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Die Gletscher und Eiskappen sind also nicht bloß schützenswerter Lebensraum und Ausflugsziel, sondern ihr Verschwinden begünstigt die Erderwärmung und beschleunigt damit die weitere Gletscherschmelze. In der Physik spricht man von einem Kippelement, wenn man ein derart selbstverstärkendes Verhalten beobachtet. Gerade deswegen ist es so wichtig für die Klimaforschung und die Gesellschaft, ein möglichst genaues Bild der Gletscher und deren aktueller Entwicklung zu gewinnen.

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