Start-up renoviert Trabi-Antrieb

Früher als zu umweltschädlich verschrien, steht dem Zweitakt-Motor ein Comeback bevor – in neuer, spritsparender Form.

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EcoMotors International, eine Neugründung aus dem amerikanischen Michigan, verfolgt mit neuen Ideen einen alten Ansatz: Die Firma will den Zweitaktmotor wiederbeleben. Intern komplett überarbeitet, soll die in Deutschland vor allem vom Trabi bekannte Antriebstechnik bis zu 45 Prozent effizienter laufen als herkömmliche Viertakter. Außerdem ist der "Zweitakter Reloaded" deutlich umweltschonender als früher, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.

Der Plan scheint anzukommen: EcoMotors erhielt kürzlich insgesamt 23,5 Millionen Dollar an Risikokapital von Microsoft-Gründer Bill Gates und dem renommierten IT-Kapitalgeber Khosla Ventures. Das Geld soll in die Entwicklung des sogenannten "Opposed Piston, Opposed Cylinder"-Motors (OPOC) fließen. Er nutzt zwei Kolbenbewegungen pro Zyklus statt vier – und jeder Zylinder enthält zwei sich gegenüberliegende Kolben statt nur einen. Eine einzelne Kurbelwelle sitzt zwischen den Zylinderpaaren. Das Design sei nur durch eine präzise, computergesteuerte Kontrolle der einzelnen Komponenten möglich, heißt es von EcoMotors.

Ein konventioneller Automotor benötigt vier Kolbenbewegungen oder auch Takte, um durch die einzelnen Stufen des Ansaugens, Verdichtens, Arbeitens und Ausstoßens zu gehen. Bei einem Zweitakt-Zyklus werden diese Stufen mit nur zwei Kolbenbewegungen erledigt, was den Arbeitshub pro Umdrehung verdoppelt und gleichzeitig Bauteile einspart. Das Problem: Zweitakter tendieren dazu, mehr unverbrannten Treibstoff in die Abgase zu entlassen – sie sind "Stinker". Auch aus diesem Grund setzten sich bislang die Viertakter durch.

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(bsc)