Musikwirtschaft empfiehlt Leitfaden für Eltern zum Thema Tauschbörsen
"Jugendliche, Musik und das Internet" ist für Eltern gedacht, die sich im Sinne der deutschen Landesgruppe der IFPI über Risiken von Tauschbörsen informieren wollen.
Die deutsche Landesgruppe der International Federation of the Phonographic Industry (IFPI) unterstützt eine Kampagne mitsamt Website, um Eltern und Jugendliche über Musiktausch aufzuklären. Auf Pro-Music.org geht es um den "richtigen Umgang mit Musik im Internet und die Risiken bei der Nutzung illegaler Angebote, vor allem in so genannten 'Tauschbörsen'". Dafür hat die Jugendschutzorganisation Childnet einen Leitfaden konzipiert.
Unter dem Titel "Jugendliche, Musik und das Internet" will der Leitfaden, der als PDF-Datei erhältlich ist, über die Funktionen von Tauschbörsen, die Vermeidung jugendgefährdender Inhalte sowie datenschutz- und urheberrechtliche Fragen informieren. Weiter werden praktische Hinweise für eine "verantwortliche Nutzung des Internet" versprochen. Aus der Sicht der Musikwirtschaft am bedeutsamsten dürfte das Kapitel "Rechtliche Risiken" sein. "Mehrere tausend Nutzer sind von der Musik- und der Filmwirtschaft verklagt worden", heißt es da unverblümt, "und viele haben hohe Summen gezahlt". Fast alle Musik- und Filmdateien in Tauschbörsen seien urheberrechtlich geschützt, deshalb gingen Anbieter rechtliche Risiken ein, nämlich strafrechtlich verfolgt zu werden. "Eltern können für das verantwortlich gemacht werden, was auf dem Familiencomputer passiert -- auch wenn sie nicht selbst in illegale Aktivitäten verwickelt sind."
Ein weiteres Risiko bei P2P sei, dass Kinder pornografische oder gewaltverherrlichende Bilder erhalten, heißt es weiter in dem Leitfaden. Auf P2P-Netzwerken seien solche Bilder weit verbreitet. Filter für Webadressen und Schlüsselwörter könnten sie nur selten entdecken. Beim Chatten seien die gleichen Bedenken angebracht. Auch könne Filesharing-Software den Schutz der Daten und die IT-Sicherheit beeinträchtigen, zum Beispiel durch Spyware, die das "Allerschlimmste" sei, Viren oder die versehentliche Freigabe von Daten.
Der Leitfaden rät Eltern, "mit den Tauschbörsennutzern in ihrem Haushalt" zu sprechen, den Computer zu prüfen und legale Internetplattformen zu prüfen. Pro-Music.org hat dafür eine Liste im Web zusammengestellt. (anw)