Avaya will Siemens Geschäftskunden abjagen

Durch die Übernahme von Tenovis sieht sich der US-amerikanische Telecom-Ausrüster in der Lage, "das Spiel gegen Siemens zu eröffnen".

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Der US-amerikanische Telekommunikationsausrüster Avaya sieht sich nach der Übernahme von Tenovis in der Lage, auf dem deutschen Markt mit Siemens zu konkurrieren. "Wir haben jetzt die kritische Masse in Deutschland, um das Spiel gegen Siemens zu eröffnen", sagte Jocelyne Attal, bei Avaya für Marketing zuständiges Vorstandsmitglied, in einem Gespräch mit der Financial Times Deutschland. Insbesondere werde der Wettbewerb auf dem VoIP-Markt stärker. Avaya sieht sich als einer der weltweit führenden Anbieter von VoIP-Lösungen für Geschäftskunden. Genau in diesem Bereich wolle das Unternehmen Siemens das Wasser abgraben.

Vor zehn Tagen wurde bekannt, dass Avaya die heutige Tenovis GmbH & Co. von der US-Investmentfirma Kohlberg Kravis Roberts & Co. (KKR) übernimmt. Durch die Übernahme soll der außeramerikanische Anteil an den Umsätzen von Avaya von 25 Prozent auf rund 40 Prozent steigen. Dafür zahlt der US-Konzern 370 Millionen US-Dollar in bar und übernimmt 265 Millionen US-Dollar Schulden. Tenovis vermietet und verkauft Telefonanlagen und ist in diesem Geschäft laut Bericht einer der größten Anbieter in Europa. Avaya erzielt zurzeit 12 Prozent des weltweiten Umsatzes in Deutschland. Künftig sollen weitere Übernahmen und Allianzen folgen. (anw)