Designer-Handys zum Spielen und Knipsen

Sony Ericsson hat auf der CommunicAsia in Singapur neue GSM-Handys und eine UMTS-Karte mit WLAN fĂĽr Notebooks vorgestellt.

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Handy-Hersteller Sony Ericsson hat sein Angebot um die drei GSM-Modelle S600, Z520 und J210, sowie die UMTS-PC-Card GC99 aufgestockt. Die neuen Geräte gab es auf der CommunicAsia in Singapur erstmals zu bewundern. Das Kamerahandy S600 lässt sich wie sein großer Bruder S700 öffnen, indem man die Wähltastatur wie die Klinge eines Klappmessers ausschwenkt, die drehbar mit dem Displaygehäuse verbunden ist. Das Triband-Handy nimmt Schnappschüsse und Videoclips mit einer 1,3-Megapixel-Kamera auf, speichert die Multimedia-Daten im 64 MByte großen internen Speicher, verschickt sie zusammen mit Text und Soundclips als MMS-Nachrichten oder E-Mails, oder überträgt sie via USB-Kabel, Infrarot-Schnittstelle oder Bluetooth-Funk an PCs und andere Handys.

Positionierte Sony Ericsson das S700 noch als Foto-Handy, so soll das S600 als Spiele- und Musik-Handy für Unterhaltung sorgen. Java-Spiele können auf eine 3D-API (Application Programming Interface) zurückgreifen und die gesamte Fläche des TFT-Displays mit 176 × 220 Pixeln und 18 Bit Farbtiefe ausnutzen. Beim Spielen und Fotografieren hält man das Handy waagerecht. Drei Spiele sind vorinstalliert, weitere gibt es nur als Download-Angebot übers Funknetz. Das S600 hat keinen Slot für Wechselmedien, was die Verwendung als MP3-Player stark einschränkt. Dabei kann das Handy nicht nur MP3s, sondern auch Musik im AAC-Format abspielen und UKW-Radioprogramme empfangen, die es über die eingebauten Stereo-Lautsprecher oder ein Headset zu Gehör bringt.

Zum WAPpen gibt es einen Browser von NetFront, der auch HTML-Seiten darstellt. Als Datendienste stehen GPRS (General Packet Radio Service) der Multislot-Klasse 10 und HSCSD (High Speed Circuit Switched Data) bereit. Via GPRS empfängt das S600 maximal 53,6 kBit/s oder sendet bis zu 26,8 kBit/s, bei HSCSD ist der Empfang auf maximal 28,8 kBit/s und der Versand auf 14,4 kBit/s beschränkt. Zu den Akkulaufzeiten gibt es noch keine Angaben. Das S600 soll im vierten Quartal 2005 zum Preis von rund 350 Euro ohne Vertrag auf den Markt kommen.

Das ebenfalls vorgestellte Klapphandy Z520i funkt als Quadband-Handy in 900- und 1800-MHz-Netzen, wie sie in Europa üblich sind, sowie in amerikanischen GSM-Netzen bei 850 und 1900 MHz. Das Design des Telefons soll modebewusste Käufer ansprechen. Es bietet mit einer VGA-Kamera und einem 128 × 160 Pixel großen Farbdisplay (16 Bit Farbtiefe) in puncto Multimedia nur Hausmannskost. Ein Zweitdisplay auf dem Klappdeckel meldet auf 101 × 80 Pixeln in 12 Bit Farbtiefe bekannte Anrufer mit hinterlegtem Bild.

Das Z520i besitzt zwar einen Musikplayer, der die Formate MP3 und AAC abspielt, doch reicht der 16 MByte große Speicher nur für einige Klingeltöne und Fotos; auch fehlt ein Wechselspeicher. Immerhin lassen sich Bilder und andere Daten via Bluetooth und IrDA kabellos auf einen PC übertragen. Für die Synchronisation von Organizerdaten gibt es SyncML. Für Datenverbindungen über das Funknetz sorgen GPRS (Multislot-Klasse 10) und HSCSD. Das Z520i soll ohne Mobilfunkvertrag etwa 250 Euro kosten und im dritten Quartal 2005 zu haben sein.

Zu den neu vorgestellten Mobilfunkgeräten gehört auch das Triband-Einsteiger-Handy J210 mit 128 × 128-Pixel-Farbdisplay, IrDA-Schnittstelle, MMS-Versand und Bildtelefonbuch. Auf eine Kamera muss man beim mit rund 100 Euro recht günstigen Handy aber verzichten.

Die UMTS-Karte GC99 für den 32-Bit-Cardbus von Notebooks eignet sich nicht nur als Mobilfunkmodem fürs UMTS-Netz, in denen sie bis zu 384 kBit/s empfangen und 64 kBit/s senden kann. Dank Quadband-GSM funkt sie weltweit in nahezu allen GSM-Netzen, wobei sie außer GPRS auch den schnelleren Datendienst EDGE (Enhanced Data rates for GSM Evolution) bietet, über den sie maximal 247,4 kBit/s empfangen und bis zu 123,7 kBit/s senden können soll. EDGE funktioniert jedoch nicht in deutschen Funknetzen. In Österreich rüstet Mobilkom Austria sein GSM-Netz derzeit mit EDGE aus.

Zusätzlich verbindet sich die Karte via WLAN (IEEE 802.11g, maximal 54 MBit/s) mit Hotspots oder dem firmeninternen Funknetz. Treiber gibt es nach Herstellerangaben für Windows 2000 und XP, sowie Apple-Notebooks mit Mac OS X. Die GC99 soll im vierten Quartal 2005 in die Läden kommen, einen Preis nannte Sony Ericsson noch nicht. (rop)