Exoskelett als Gehhilfe
Forscher der Universität Berkeley haben ein System entwickelt, das Gelähmten zu einer fast natürlichen Gangart verhilft.
Für Menschen, die etwa infolge eines Unfalls von der Hüfte abwärts gelähmt sind, gibt es neue Hoffnung, eines Tages wieder laufen zu können. Ingenieure an der University of California in Berkeley haben ein neues so genanntes Exoskelett entwickelt, dessen Motoren die gelähmten Beine wieder in eine Gehbewegung bringen, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Anders als bisherige Gehhilfen, die in der Rehabilitation eingesetzt werden, verhilft es Patienten zu einem fast natürlichen Gang – ohne externe Verkabelung, nach einer enorm kurzen Trainingszeit.
Das gebe den Querschnittsgelähmten eine ganz neue Freiheit, sagt Katherine Strausser, die die Entwicklung mitgeleitet hat. Die Hersteller existierender Exoskelette – etwa Bionics or Cyberdene – würden eine schlurfende, steife Gangart einsetzen, denn "die ist sicherer und deutlich einfacher", sagt Strausser. Die natürliche Gehbewegung nachzubilden, sei jedoch effizienter und belaste die Hüften weniger.
Das Gerät aus Berkeley enthält in einer Art Rucksack einen Rechner sowie Akkus, die etwa sechs bis acht Stunden halten. Die hydraulisch gesteuerte Mechanik bewegt Knie und Hüfte immer gleichzeitig: Die Hüfte schwingt dabei immer in Richtung des Knies, das bei einem neuen Schritt gebeugt wird. Der Bewegungsablauf basiert auf Messdaten – etwa der Winkel der Beine oder der Knie bei einem Schritt –, die aus dem Gehverhalten gesunder Menschen erhoben wurden. Drucksensoren unter der Ferse und den Fußballen stellen sicher, dass nie beide Füße gleichzeitig angehoben werden.
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(bsc)