Thailändische Webmasterin erneut wegen "Majestätsbeleidigung" verhaftet

Wegen angeblich das Königshaus beleidigender Kommentare aus dem Jahr 2008, die nicht von ihr selbst stammten, ist die Betreiberin einer regimekritischen Website in Thailand verhaftet worden. Sie wurde gegen Kaution vorläufig auf freien Fuß gesetzt.

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Von
  • Christian Kirsch

Die thailändische Polizei hat erneut die Verantwortliche der oppositionellen Website "Pratchatai" (Thailändische Menschen) festgenommen. Chiranuch Premchaiporn werden Majestätsbeleidigung und Verstöße gegen das Gesetz über Computerkriminalität vorgeworfen. Dessen Artikel 14 und 15 sehen Strafen für Betreiber von Websites vor, wenn dort Beiträge erscheinen, die gegen Gesetze verstoßen. Majestätsbeleidigung ist in Thailand ein Straftatbestand, der mit bis zu 15 Jahren Haft geahndet wird.

Im September 2007 war ein Thailänder im Kino während der vor dem Film abgespielten Königs-Hymne nicht aufgestanden, wie es allgemein üblich ist. Kommentare auf der Pratchatai-Site hatten ihn unterstützt, und diese Äußerungen macht die Polizei Chiranuch nun zum Vorwurf. Inzwischen ist sie gegen eine Kaution von knapp 5000 Euro vorerst auf freien Fuß gesetzt worden. Reporter ohne Grenzen und Amnesty International haben die Festnahme verurteilt.

Chiranuch war bereits im März dieses Jahres verhaftet und gegen eine Kaution von über 7000 Euro wieder freigelassen worden. Auch damals warfen ihr die Behörden vor, monarchiekritische Kommentare nicht schnell genug gelöscht zu haben. (ck)