Speicherpreis verliert zweistellig

Bereits vor Wochen hieß es, die Speicher-Branche sitzt auf vollen Lagern. Das Resultat: Preisverfall. Seit Ende August sinken die HEKs für DDR2- und DDR3-Module zwischen zehn und fast 20 Prozent. Die Hersteller hoffen zwar auf eine Trendwende, der Fachhandel kann aber bis auf weiteres von sinkenden Preisen ausgehen.

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Von
  • Karl Fröhlich

Momentan sind DDR2- und DDR3-RAM problemlos verfügbar. Der Fachhandel kann auch in den kommenden Wochen mit fallenden HEKs rechnen.

Der HEK für Arbeitsspeicher macht in der KW 39 noch einmal einen Sprung nach unten. Im Vergleich zur KW 34 Ende August kaufen Reseller DDR2-RAM zwischen zehn und 16 Prozent günstiger ein. Ein DDR2-800-Modul beläuft sich aktuell auf knapp 28,50 Euro. DDR3-Speicherpreise fallen im gleichen Zeitraum zum Teil um bis zu 19 Prozent. Ein DDR3-1600-Kit mit vier GByte ist beispielsweise ab rund 71 Euro erhältlich. Vor zirka fünf Wochen waren dafür noch über 84 Euro fällig.

Offenbar läuft das Geschäft nicht bei allen Anbietern. DDR-Speicher (1/2/3) sind durchgängig gut verfügbar. Die Nachfrage galt zuletzt als eher verhalten. Der Handel nimmt nur wenig Ware auf Lager und wartet bevorzugt die Ankündigung niedrigerer Preise ab. Bei DDR3 sind auch in den kommenden Wochen keine Engpässe zu erwarten. "Bei DDR1 und DDR2 können aber kurzfristig Verfügbarkeitsprobleme auftreten", meint Christian Marhöfer, Geschäftsführer bei Kingston Technology Deutschland. "Leider sind die Preise weiterhin unter Druck. Während die Preise für DDR1 und DDR2 moderat gesunken sind, ist der Preisverfall für DDR3 stärker, hier ist die Tendenz zur Angleichung an DDR2 deutlich zu sehen."

"Der Handel sollte nicht davon ausgehen, dass der Zustand tendenziell sinkender EKs bei Flash und Memorys während des vierten Quartals als gesichert einzustufen ist", sagt George Linardatos, Geschäftsführer bei Transcend. "Im Prinzip ist jetzt alles möglich: eine Fortsetzung der Preis-Abwärtstendenz wegen schwacher Nachfrage oder aber auch plötzlich einsetzende Preissteigerungen wegen Reduktion des Produktionsausstoßes auf der Chip-Anbieterseite." Genauso sei eine konstante Preisentwicklung in den kommenden Wochen oder sogar Monaten möglich.

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"Wir gehen davon aus, dass die Preise speziell für DDR3 noch nachgeben werden", erklärt hingegen Kingston-Manager Marhöfer gegenüber heise resale. "Bei DDR1 und DDR2 rechnen wir aber mit stabilen Preisen." Hierbei sei jedoch entscheidend, wie sich die Nachfrage weiterhin entwickelt. Letztendlich sei auch eine Preissteigerung nicht ganz ausgeschlossen, denn das vierte Quartal bringt traditionell ein gutes Geschäft mit hochwertigem Gaming-Speicher.

Am meisten gesucht sind im heise resale Preisradar nach wie vor die 4-GByte-Kits G.Skill Ripjaws und OCZ Platinum-Low-Voltage. Der durchschnittliche Angebotspreis im Online-Handel fällt gegenüber der Vorwoche um nicht ganz zwei Prozent auf 74,86 Euro. Im 4-Wochen-Rückblick entspricht dies einem Wertverlust von knapp fünf Prozent. Seit Ende Juni sank der Durchschnittspreis um zirka 22 Prozent. Aktuell sollte der Handel davon ausgehen, dass die Tendenz zu moderat sinkenden Preisen anhält. (map)