Retina fĂĽr alle
Hochauflösende Farbbildschirme sollen in einigen Jahren Papier ersetzen. US-Forscher haben nun einen Durchbruch bei der Erhöhung der Bildpunktedichte erreicht.
Hochauflösende Farbbildschirme sollen in einigen Jahren Papier ersetzen. US-Forscher haben nun einen Durchbruch bei der Erhöhung der Bildpunktedichte erreicht.
Apples aktuelle iPhone- und iPod touch-Modelle haben der Konkurrenz eines auf den ersten Blick voraus: den besonders hochauflösenden Bildschirm. "Retina Display" genannt, sollen die einzelnen Bildpunkte (Pixel) hierbei so klein sein, dass sie vom menschlichen Auge nicht mehr unterschieden werden können. Resultat ist gestochen scharfer Text, der sich auch bei kleinen Zeichensätzen gut lesen lassen soll.
Ziel solcher und ähnlicher Ansätze ist es, mit bestehender Display-Technik in einigen Jahren farbige Bilder zu liefern, die denen gedruckten Papiers gleichkommen. Ganz neue Ansätze, wie die etwa von Amazons E-Book-Lesegerät Kindle bekannte E-Ink-Technologie, wären dann nicht notwendig, was Kosten bei der Herstellung spart.
Wissenschaftler an der University of Michigan (U-M) gehen nun einen wichtigen Schritt in diese Richtung. Sie haben eine neue Bildschirmtechnik entwickelt, die die Pixeldichte um mindestens eine Zehnerpotenz gegenüber dem aktuellen Apple-Angebot erhöhen soll. Das dabei eingesetzte Prinzip nennt sich Plasmon-Nanophotonik und arbeitet, einfach ausgedrückt, wie ein Regenbogen: Statt durch Regentropfen wird das Licht hier von einem nanodünnen Metallgitter gebrochen. Verändert man den Abstand innerhalb des Gitters, wird aus weißem Licht eine andere Farbe.
Das Gitter steckt in Nichtleiterschichten und dient als Resonator, der Licht einfängt und weitergibt. Jay Guo, Dozent am Institut für Elektroingenieurwesen der U-M und Leiter des Projekts, will mit dem System gleich mehrere Bestandteile herkömmlicher LCD-Bildschirme ersetzen: Neben dem Farbfilter auch den Polarisationsfilter und die zwei üblicherweise verbauten Glassscheiben mit Elektroden. Guos Technik kombiniert Farbfilter und Polarisationsfilter, was auch ein großes Energieeinsparungspotenzial bietet.
Um zu zeigen, was das Plasmon-Nanophotonik-Display kann, baute der Forscher ein U-M-Logo damit auf. Es ist nur 12 mal 9 Mikrometer groß, ein Sechzehntel eines menschlichen Haares. In einem nächsten Schritt will Guo seine Idee nun mit den anderen Komponenten in Einklang bringen, die für den Aufbau eines Bildschirms notwendig sind - dazu gehört etwa die Lichtquelle, falls er nicht auf LCDs setzen möchte. (bsc)